Letztes Update am Di, 06.06.2017 13:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Der Tornado-Mann

“Brise im Haar“: Kanadier mähte mit Wirbelsturm im Nacken

Rund zwei Kilometer von seinem Haus entfernt tobte ein heftiger Wirbelsturm. Theunis Wessels ließ sich davon aber nicht beeindrucken. In aller Seelenruhe mähte er seinen Garten. Das Bild, das am vergangenen Freitag im kanadischen Bundesstaat Alberta geschossen wurde, wurde zum viralen Hit.

"Mein Tier mäht den Rasen mit einer Brise in seinem Haar", schrieb Cecilia Wessels unter das Facebook-Posting.

© Facebook/Cecilia Wessels "Mein Tier mäht den Rasen mit einer Brise in seinem Haar", schrieb Cecilia Wessels unter das Facebook-Posting.



Alberta (Kanada) - Der eine geht Fallschirmspringen, der andere hüpft mit einem Seil an den Beinen von Brücken, ein dritter schwingt sich auf sein mit vielen Pferdestärken bestücktes Zweirad und kurvt über enge Passstraßen. Es gibt viele Wege, um Nervenkitzel zu erleben.

Theunis Wessels braucht das alles nicht. Der Südafrikaner, der in Three Hills im kanadischen Bundesstaat Alberta lebt, hat da seine ganz eigene Methode, um den Adrenalinspiegel in die Höhe zu treiben: Er mäht einfach den Garten des Hauses, während in Sichtweite ein Tornado durch die Felder zieht.

Geschossen wurde das Foto des wagemutigen Mähers am vergangenen Freitag von dessen Frau Cecilia. Diese stellte das Bild dann auch gleich online, mit dem Kommentar: "Mein Tier mäht den Rasen mit einer Brise in seinem Haar." Tausende Male wurde das Posting inzwischen geteilt, zahlreiche internationale Medien griffen die Geschichte vom "Tornado-Man" auf.

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Gegenüber der BBC spielte Cecilia Wessels das Geschehen etwas runter. Der Tornado sei um einiges weiter entfernt gewesen, als es auf dem viral gegangenen Foto den Anschein mache - rund 1,25 Meilen, circa zwei Kilometer. Außerdem sei der Wirbelsturm auch schnell wieder verschwunden gewesen.

"Mama, was sollen wir bloß tun?"

Das Foto wäre gar nicht entstanden, wenn nicht die neunjährige Tochter die schlafende Mutter geweckt und aufgebracht gerufen hätte: "Mama, was sollen wir bloß tun?". Als sie dann in den Garten gegangen sei und ihren Mann erblickte, habe er "alles ist ok" gesagt und weiter gemäht.

Sorgen habe sie sich keine gemacht, erklärte Cecilia Wessels. Immerhin habe sich ihr Ehemann einiges an Wissen über Tornados angeeignet, sogar einen Kurs mit professionellen Tornado-Jägern absolviert. Nur die in Südafrika lebende Mutter von Cecilia Wessels habe sich verängstigt über Facebook zu Wort gemeldet. "Warum lässt du ihn raus", soll sie geschrieben haben. Und: "Ich hoffe ihr seid in Sicherheit."

Keine größeren Schäden

Cecilia Wessels war nicht die einzige Bewohnerin von Three Hills, die den Wirbelsturm festhielt. Mehrere Fotos und Videos (siehe unten) kursieren im Netz, die den Tornado zeigen sollen.

Größere Schäden gab es in der kanadischen Kleinstadt durch den Tornado übrigens keine. Nach fünf Minuten war der Spuk wieder vorbei. Lediglich einige Spiegel sollen laut Medienberichten zerbrochen sein. (bfk)


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