Letztes Update am Do, 14.12.2017 13:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Google Trends 2017

,,Wie heißt du“ bis Liebestarot: Das googelten die Österreicher

Was haben die Nationalratswahl, das iPhone X, Falco und das Dschungelcamp gemeinsam? Ein Blick auf die Google-Trends des Jahres 2017 verrät es.

© pixabay/TTDas Jahr 2017 war in der Google-Suche auch stark politisch geprägt - die Nationalratswahl ist in Österreich der meistgesuchte Begriff des Jahres.



Innsbruck — Die im Oktober geschlagene Nationalratswahl hat die Österreicher bewegt. So sehr, dass sie es zum Google-Suchbegriff des Jahres geschafft hat. Auch bei den Schlagzeilen liegt sie an erster Stelle, gefolgt vom schon wieder in der Versenkung verschwundenen Finger-Spielzeug Fidget Spinner. Blickt man auf Prominenz und Persönlichkeiten, so war vor allem die #MeToo-Bewegung präsent — von Harvey Weinstein bis Peter Pilz. Das Wort "Schnee" ist bei den Tiroler Google-Nutzern ganz vorne mit dabei.

Besondere Aufmerksamkeit schenkten die Österreicher auch der neuen iPhone-Generation. Das iPhone 8 und X belegen auch im globalen Ranking die vordersten Plätze. Angeführt wird die Liste der meistgegoogelten Begriffe im weltweiten Vergleich von Hurrikan Irma.

"Year in Search" - Gesammelte Ergebnisse

Aber widmen wir uns wieder der Alpenrepublik. Im Vergleich zu 2016 ist die rot-weiß-rote Liste der Top-Suchbegriffe heuer weniger politisch geprägt, mit ÖVP-Chef Sebastian Kurz scheint zumindest noch ein politischer Vertreter an achter Stelle auf. Anders sieht dies bei den Schlagzeilen aus. Die Attentate in Manchester und Las Vegas interessierte die Österreicher ebenso wie Kataloniens Kampf um die Unabhängigkeit und der Nordkorea Konflikt. Die Bundestagswahl unserer deutschen Nachbarn sowie die Eskalationen rund um den G20-Gipfel in Hamburg rutschten gerade noch so in die Top Ten.

Top 10 Suchbegriffe in Österreich

  1. Nationalratswahl
  2. iPhone 8
  3. Donauinselfest
  4. iPhone X
  5. Dschungelcamp
  6. Chester Bennington
  7. Falco
  8. Sebastian Kurz
  9. Stiwoll
  10. Ski WM

Fragen von banal bis kurios

Viele schienen aber gar nicht zu wissen, was G20 überhaupt bedeutet. Darum liegt die Frage danach bei den "Was"-Fragen auf Platz eins. Auch auf Fragen wie "Was sind Kohlenhydrate?", "Wie viele Wochen hat ein Jahr?" und "Wie alt werden Katzen" suchten die Österreicher nach Antworten. So mancher wollte auch wissen "Wie heißt du?" und was "er" denn wohl über das Liebestarot denkt. Die Liste an Kuriositäten ist lang (siehe Factbox). Ansonsten nutzen die Österreicher die Google-Suche gerne für ganz alltägliche Dinge: Was soll ich heute/morgen kochen? Wie wird das Wetter heute/morgen/im Sommer/Winter? Eier kochen, wie lange?

Ungewöhnliche Suchanfragen

  • Liebestarot, was denkt er?
  • Was ist ein Schuppentier?
  • Was sind Kohlenhydrate?
  • Was bedeutet ^^?
  • Was besteht aus Spiegel und Fahne?
  • Wie lange gilt die Vignette 2016?
  • Wie lange dauert eine Überweisung?
  • Wie alt werden Katzen?
  • Wie viele Wochen hat ein Jahr?
  • Wie heißt du?
  • Wer trat 1985 aus der EG aus?

#MeToo-Debatte lässt auch Google-Suche nicht aus

Die "Aufreger-Promis" in Österreich waren gemäß der Auswertung US-Präsident Donald Trump, gefolgt vom ehemaligen Grün-Politiker Peter Pilz, der heimischen Schauspielerin Nina Proll, Hollywoodstar Kevin Spacey, dem im Oktober bei einem Autounfall verletzten Musiker Bernhard Speer, US-First Lady Melania Trump, Harvey Weinstein, Tal Silberstein, Pippa Middleton und die Ex-Sprecherin der jungen Grünen, Flora Petrik. Unter diesen "Leuten, die für kontroversielle Diskussionen gesorgt haben", so Wolfgang Fasching-Kapfenberger, Sprecher von Google Austria, "findet sich auf den Plätzen zwei, drei, vier und sieben die #MeToo-Debatte in Österreich wieder".

Tiroler Nathan Trent mischt bei Promis ganz vorne mit

Mit der Fortsetzung seiner Knickerbocker-Bande hat sich Autor Thomas Brezina wieder in die Herzen vieler Österreicher geschrieben - und sich Platz eins unter den meistgegoogelten heimischen Prominenten gesichert. Dahinter folgen der Tiroler Song-Contest-Starter Nathan Trent und Skirennläuferin Nicole Schmidhofer. War es 2016 noch David Bowie, so hat die Österreicher heuer der plötzliche Tod des Linkin Park Sängers Chester Bennington besonders bewegt - er führt die Liste jener Menschen an, "die wir vermissen werden", gefolgt von der im Februar an Krebs verstorbenen Gesundheitsministerium Sabine Oberhauser (SPÖ).

Für den Google-Jahresrückblick "Year in Search" wurden die am stärksten steigenden Anfragen ("trending terms") in mehreren Kategorien ausgewertet. Konkrete Zahlen, wie häufig ein Begriff abgerufen wurde oder in welchem Ausmaß er zulegte, werden von Google nicht veröffentlicht. (tst, APA)