Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 03.01.2018


Tableteria

Kurse machen Tirols Senioren „tabletfit“

Das Projekt „Tableteria“ macht Senioren mit den tragbaren, flachen Computern samt Touchscreen vertraut. Die Nachfrage nach den Kursen ist groß.

© Stegmayr



Innsbruck – Senioren mittels Tablet zwanglos in die weite Welt der technischen Gegenwart einzuführen: So lautet das Ziel des Projekts „Tableteria“, organisiert vom Katholischen Bildungswerk (KBW) Tirol, unterstützt vom Land. Derzeit rücken vier Trainer und eine Trainerin mit dem Tablet-Koffer in ganz Tirol aus. Seit dem Projektstart im April 2017 haben bereits 400 Menschen an den Kursen teilgenommen, u. a. in Innsbruck, Tulfes und Leutasch. Zwei der Gesichter des Projektes – Walter Permoser aus Zirl, Trainer bei der „Tableteria“, und die Innsbruckerin Karin Ziegner, beim KBW für die Seniorenbildung zuständig – ziehen zufrieden Zwischenbilanz.

Mit dem Erlernen der derzeit allgegenwärtigen Kulturtechnik des Wischens ist es bei der Tableteria nicht getan – obwohl bei den Schnuppertreffen tatsächlich ganz grundlegend angesetzt wird. „Wir beginnen beim Einschalten und dem Bedienen der Home-Taste“, erzählt Ziegner.

Der Umstieg vom Smartphone – viele Senioren besitzen bereits ein solches – auf das Tablet sei an sich einfach, meint Walter Permoser zur Grundannahme hinter der Tableteria. „Und außerdem ist der Bildschirm größer“, erwähnt Ziegner. Die Motive zum tatsächlichen Besuch eines Schnuppertreffens sind indes verschieden. „Die Teilnehmer interessieren sich beispielsweise für die neue Technik, um mit den Kindern und Enkelkindern in Kontakt zu bleiben, die zum Teil in der ganzen Welt verstreut sind“, sagt Ziegner und spielt damit schon auf das „Skypen“ an. „Besonders fasziniert sind die Teilnehmer auch von Karten-Apps oder der Möglichkeit, Fotoalben erstellen zu können“, ergänzt Permoser.

Erlebt hat man bei den bisher 20 kostenlosen Schnuppertreffen und zehn dreiteiligen Einsteigerkursen schon so einiges: Eine Teilnehmerin hatte im Laufe eines Kurses jedenfalls eine einschneidende Erkenntnis, als sie mit „Siri“ vertraut gemacht wurde: „Die Dame meinte zu mir: ‚Jetzt weiß ich endlich, warum mein Telefon mit mir redet‘“, berichtet Permoser lächelnd. „Viele haben auch Angst, das Internet zu löschen“, erzählt Ziegner. Nach der Absolvierung eines Schnupper- oder anschließenden Einsteigerkurses sollten diese Ängste passé sein. „Unsere Teilnehmer wissen dann, wie man E-Mails aufmacht, verschickt und löscht, sie können Apps installieren und deinstallieren, können skypen und einiges mehr“, so Ziegner.

Künftig soll das Projekt noch ausgeweitet werden – demnächst etwa nach Osttirol. Ein zweiter Tablet-Koffer ist bereits angeschafft, weitere Trainerschulungen fixiert. (mst)