Letztes Update am Di, 30.01.2018 12:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Web und Tech

Netflix soll US-Bevölkerung bei Gefahrenlage warnen

Die US-Republikaner wollen Eilmeldungen, wie es sie im Kabel-TV gibt, in Streamingdienste integrieren.

© ReutersSymbolfoto



Clarksville – Republikaner wollen in den USA Warnmeldungen in Streaming-Dienste wie Netflix integrieren, damit Nutzer trotz des regelmäßigen Konsums mitbekommen, wenn Kinder vermisst werden, Buschfeuer angekündigt sind oder andere wichtige Meldungen das Wohl der Öffentlichkeit sichern könnten.

Aufmerksamkeit erlangen

Bislang kannte man offizielle Warnungen an die Bevölkerung nur aus dem Kabelfernsehen. „Mit der Technologie, die wir heute haben, können wir diese Informationen rechtzeitig an die Menschen weitergeben, damit diese Schutz suchen oder bestimmte Maßnahmen ergreifen können. Wir müssen dies in Streaming-Dienste integrieren, damit Menschen immer noch informiert sind, wie sie es früher waren“, so der Republikaner John Holsclaw. Dem US-Politiker zufolge ist dieser Schritt besonders notwendig, da viele Menschen „das Kabelfernsehen kappen“ und sich dafür entscheiden, ausschließlich Streaming-Dienste zu nutzen.

„Jetzt konsumieren die Leute Hulu und Netflix und sehen nicht einmal mehr normales Fernsehen. Sie schauen sich Filme ohne Werbespots an, also müssen wir nach Wegen suchen, diese Streaming-Warnungen zu integrieren, weil es zwingend notwendig ist, dass wir die Sicherheit der Bürger bewahren und sie informiert sind“, unterstreicht Holsclaw. „Die Leute benutzen diese Dienste. Auch ich habe einen Netflix-Account und es ist sicherlich eine andere Art, Leute zu informieren. Zum Beispiel eine Tornadowarnung, das Ankündigen von Überschwemmungen oder ein sich nähernder Schneesturm“, sagt der Republikaner Phil Roe.

Dienste halten sich bedeckt

Ein Statement seitens bekannter Streaming-Dienste gibt es zu dem Vorschlag der Republikaner aktuell noch nicht. Holsclaw und Roe bekräftigen dennoch, dass sie weiterhin nach Möglichkeiten suchen werden, in eine Vielzahl von Streaming-Diensten „notwendige Warnungen“ zu integrieren. Auch in Deutschland werden Streaming-Angebote intensiv genutzt. Der Umsatz mit Video-On-Demand-Angeboten im Internet stieg im Jahr 2017 um rund 18 Prozent auf 945 Mio. Euro. (pte)