Letztes Update am Di, 06.02.2018 15:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Cyberkriminalität

Safer Internet Day: Wie Sie PC und Smartphone sicher machen

Anlässlich des Safer Internet Day am 6. Februar erinnern Verbraucherschützer an Anti-Viren-Programme, komplexe Passwörter und regelmäßige Backups.

© APA/HELMUT FOHRINGER(Symbolbild)



Innsbruck – Eine Warnung scheint auf: Jemand hat versucht, sich in Ihren Account einzuloggen. Rasch wird das Fenster geöffnet und das Passwort geändert. Eine Situation, die wohl viele kennen. Anlässlich des Safer Internet Day wird an Möglichkeiten erinnert, diese zu beheben – oder es gar nicht erst soweit kommen zu lassen.

Unerlässlich für Sicherheit im Netz ist ein Anti-Viren-Programm für Computer, Tablets und Smartphones. Sie müssen - wie alle anderen verwendeten Programme, Browser und das Betriebssystem – regelmäßig aktualisiert werden. Updates dienen in vielen Fällen dem Schließen von Sicherheitslücken und sollten möglichst umgehend installiert werden.

WLAN und Bluetooth sollten ausgeschaltet werden, wenn sie nicht genutzt werden, raten Verbraucherschützer. Dadurch wird verhindert, dass sich Dritte über öffentliche WLAN-Hot-Spots oder ungesicherte Bluetooth-Verbindungen Zugang zum Smartphone oder Tablet verschaffen. Auch die GPS-Funktion, die den eigenen Standort übermittelt, sollte grundsätzlich ausgeschaltet sein. Der Standort wird auch dann permanent übermittelt, wenn keine App genutzt wird, für die diese Funktion nötig ist. Ist die GPS-Funktion aktiviert, wird ständig ein Bewegungsprofil erstellt, das so Einiges über den Tagesablauf und den Arbeits- und Wohnort des Besitzers verrät.

Ein durch den Filter gerutschtes Spam-Mail sollte nicht gleich gelöscht, sondern zunächst als Spam markiert oder in den Spam-Ordner verschoben werden. So werden die persönlichen Spam-Filter im E-Mail-Postfach trainiert. Mail-Adressen sollten wenn möglich nicht in Foren, Blogs oder sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, weil Internet-Kriminelle dort gezielt auf die Suche gehen. Links oder Dateianhänge zweifelhafter Mails sollten keinesfalls geöffnet werden.

Auf dem Smartphone ist ein Sperrbildschirm das Mindeste – ob mit Passwort, Zahlen-PIN, Muster oder Fingerabdruck. Empfohlen für Passwörter werden „unratbare“ Kombinationen. Namen und wichtige Lebensdaten wie der Geburtstag sind tabu, einfachste Passwörter wie 123456 oder „Passwort“ sehr leichtsinnig. Ein Passwort für den Computer sollte Klein- und Großbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten. Je länger und individueller es ist, desto schwieriger ist es zu knacken.

- Google

Spezielle Passwortmanager oder -safes helfen beim Erstellen und speichern die Codes zentral auf Festplatte oder USB-Stick. Für unterschiedliche Dienste sollten unterschiedliche Passwörter verwendet werden, außerdem sollten sie immer mal wieder geändert werden. Zusätzlich sollte jeder Smartphone- und Computerbesitzer ein einigermaßen aktuelles Backup der Daten haben, damit diese bei Verlust oder Diebstahl nicht verloren sind.

Google erinnerte am Dienstag ebenfalls an Tools, die in den letzten Monaten eingeführt wurden und für zusätzlichen Schutz im Internet sorgen sollen. So bietet der neue Sicherheitscheck personalisierte Hilfe für das Google-Konto: Ein grünes Häkchen bedeutet, dass alles in Ordnung ist. Ein gelbes oder rotes Ausrufezeichen bedeutet, dass es mindestens ein Problem gibt, um das der Nutzer sich kümmern sollte.

Zusätzlich dazu bietet Google das Erweiterte Sicherheitsprogramm für jene Personen an, die einem erhöhten Angriffsrisiko ausgesetzt sind. Das können zum Beispiel Kampagnenmitarbeiter sein, die sich auf eine bevorstehende Wahl vorbereiten, Journalisten, die die Vertraulichkeit ihrer Quellen schützen müssen, oder Menschen in gewalttätigen Beziehungen, die Schutz suchen. Die Konten dieser Personen werden kontinuierlich aktualisiert, um neue Bedrohungen abzuwehren. Jeder, der über ein privates Google-Konto verfügt, kann sich für das Erweiterte Sicherheitsprogramm anmelden. Es ist für Android und iOS kompatibel.

Anlässlich des diesjährigen Safer Internet Day veröffentlichte auch die ISPA (Internet Service Providers Austria, der Dachverband der österreichischen Internetwirtschaft) eine neue Ratgeber-Broschüre zu kindgerechten Apps mit dem Titel „Apps für 1 bis 11“. (APA/AFP/TT.com)

Safer Internet Day 2018

Am Dienstag findet der Safer Internet Day statt, ein von der Europäischen Union initiierter, jährlicher Aktionstag, der Menschen aller Altersgruppen auf die Sicherheit im Internet aufmerksam machen soll. Weltweit nehmen am 6. Februar rund 130 Länder den Safer Internet Day zum Anlass, um auf das Thema Internetsicherheit aufmerksam zu machen. Heuer lautet der Leitfaden für Jugendliche „Erst denken, dann teilen“. Dieser soll dafür sensibilisieren, dass man sich mit dem unüberlegten Teilen von Inhalten selbst oder anderen schaden kann.

Weitere Informationen:

Ratgeber der ISPA zum Download:

Google-Blog: