Letztes Update am Do, 15.02.2018 12:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Amazon-Kunden erhalten ungewollt Sexspielzeug

Das Unternehmen sieht die Zustellungen als „Teil eines schlechten Verhaltens“.

Ein Paket des Onlinehändlers Amazon. (Symbolfoto)

© REUTERS/RICK WILKINGEin Paket des Onlinehändlers Amazon. (Symbolfoto)



Seattle – Der Online-Versandhandelsriese Amazon kann nicht herausfinden, warum derzeit zahlreiche Kunden Pakete mit unerwünschtem Sexspielzeug oder anderen Produkten erhalten, ohne jemals eine Bestellung getätigt zu haben. Selbst einige Universitäten in Kanada geben an, brisante Ware erhalten zu haben.

Eine Kundin namens „Nikki“ erzählt auf Nachfrage von DailyBeast, dass sie zunächst ein Sexspielzeug erhielt und es für einen simplen Fehler im Versandablauf gehalten hat. Danach hörten die ungewollten Lieferungen jedoch nicht auf. Dem Bericht zufolge bekam sie unter anderem Kopfhörer und ein Bluetooth-Device zugestellt, das sie niemals auch nur angeklickt hatte. Sie wandte sich letztendlich an den Kundenservice von Amazon, doch auch dieser hatte den Schilderungen zufolge nur wenige Informationen darüber, warum ihr die Pakete geschickt wurden.

Laut Amazon sollen die unaufgeforderten Pakete, die unter anderem an Nikki geschickt worden sind, „Teil eines schlechten Verhaltens“ sein, das gerade untersucht werde. „Wir können bestätigen, dass die betroffenen Verkäufer keine Namen oder Lieferadressen von Amazon erhalten haben. Wir entfernen Verkäufer, die gegen unsere Richtlinien verstoßen, halten Zahlungen zurück und arbeiten mit Strafverfolgungsbehörden zusammen, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen“, erläutert ein Sprecher des Unternehmens.

Unis erhielten Vibratoren

Die Mehrheit der unaufgeforderten Pakete enthält auffälligerweise Sexspielzeug. Auch Universitäten in Kanada haben anonyme Pakete mit Vibratoren, Glühbirnen und Küchenwaagen gerschickt bekommen. „Wir untersuchen Anfragen von Kunden, die unaufgeforderte Pakete erhalten haben, da dies gegen unsere Richtlinien verstößt“, lässt Amazon gegenüber einer Anfrage von Mail Online wissen.

Zwei ehemalige Amazon-Mitarbeiter vermuten indes, dass das Problem das Ergebnis eines Review-Betrugs sein könnte. Dabei versuchen versierte Verkäufer das System von Amazon, das Bewertungen von „verifizierten Käufen“ gegenüber anderen Beiträgen priorisiert, auszutricksen. Einige Verkäufer könnten demnach Pakete über Dummy-Konten verschicken, so dass die Empfänger 5-Sterne-Bewertungen hinterlassen können. (pte)




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