Letztes Update am Di, 06.03.2018 14:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europa

Kurioses Phänomen: Darum gehen unsere Uhren 6 Minuten nach

Uhren auf Mikrowellen, Backöfen und Radioweckern gehen derzeit europaweit um circa sechs Minuten nach. Der Grund dafür liegt im europäischen Stromnetz.

© pixabaySymbolbild.



Innsbruck – Derzeit gehen Radiowecker, Backofenuhren und Co. europaweit circa sechs Minuten nach. Grund dafür ist eine seit Mitte Jänner herrschende Energieknappheit in Europa. Dadurch sinkt die Frequenz des Wechselstroms, die auch Uhren nutzen. Das berichtete die Schweizer „NZZ“ am Montag.

Uhren in Elektrogeräten verfügen demnach nicht über einen eigenen Taktgeber und laufen auch meistens nicht über Funk. Das ist günstiger, bedeutet aber eben auch, dass sie ihre Impulse aus dem Stromnetz beziehen. Das 50-Hertz-Netz, die Standardfrequenz im elektrischen Netz Europas, dient also als Taktgeber. Und wenn dieses Netz nicht stabil ist, was derzeit der Fall ist, dann gehen Uhren an Radios, Fernsehern, Backöfen und Mikrowellen falsch.

Fehlende Energieeinspeisung eines Lieferanten

Verantwortlich ist die fehlende Energieeinspeisung eines Lieferanten in das europäische Verbundnetz, wie der Verband der Übertragungsnetzbetreiber in Europa (Entso-E) erklärt. Warum ein bestimmter Einspeiser derzeit Probleme hat, ist nicht bekannt. Ein Zusammenhang mit höherem Bedarf wegen des Kälteeinbruchs in Europa wäre denkbar, ist aber nicht nachgewiesen.

Man arbeite laut Entso-E mit Hochdruck an der Lösung des Problems. Bis dahin ist man mit der Handyuhr besser beraten. Die Uhren nachzustellen sorgt spätestens dann für Verwirrung, wenn sie wieder richtig ticken. (TT.com)




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