Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 26.04.2018


Osttirol

Präventionsprojekt macht Volksschüler cyberfit

Die Kinderpolizei-Tour legte gestern in Lienz einen Stopp ein. Sicherheit im Straßenverkehr und Obacht im Internet waren Schwerpunktthemen.

© FunderSamuel und Isabell, hier mit Andreas Huber von der Polizei Lienz, durften in schusssichere Westen schlüpfen, Helme aufsetzen und das Funkgerät testen.



Von Claudia Funder

Lienz – Schon Volksschüler bewegen sich mit großer Selbstverständlichkeit im Internet. Als gestern im Rahmen der Kinderpolizei-Bezirkstour, die in Lienz Station machte, gefragt wurde, wer Facebook, WhatsApp, Instagram und Co. kennt, schnellten verblüffend viele Hände in die Höhe.

Wer geschickt scrollen oder tippen kann, ist aber noch lange nicht medienfit. Der Zugang zum Netz birgt nämlich nicht nur zahlreiche Vorteile, sondern auch etliche Gefahren. Darauf wurde gestern im Rahmen eines von der Polizei kindgerecht aufbereiteten Vormittags in der Dolomitenhalle kurzweilig aufmerksam gemacht. Denn auch schon Kinder würden etwa Fotos, die nicht okay sind, verschicken, hieß es. „Das Netz vergisst nichts“, wurde deshalb den Acht- bis Zehnjährigen unter anderem präventiv mit auf den Weg gegeben.

Viele, die gestern an der Aktion teilnahmen, hatten bereits in der Schule von speziell auf dieses Thema hin ausgebildeten Polizisten Wissenswertes erfahren. Zwei Klassen – je eine der Volksschulen Assling und Ainet – erhielten sogar eine Auszeichnung für bereits absolvierte so genannte Cyberkids-Schulungen.

Der Polizeihund Onyx zeigte mit Trainer Eduard Reinisch auf dem Fußballplatz vor, was sie im Einsatzfall so draufhaben.
- Funder

Der gestrige Vormittag bot aber noch viel mehr. Die 415 Volksschüler aus dem gesamten Bezirk konnten am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, wenn der Autobus eine abrupte Vollbremsung einlegen muss. „Das war aber heftig“, so die Aussage eines jungen Passagiers nach dem lehrreichen Manöver. Bewusstseinsbildung in Sachen Verkehrssicherheit war einer der Schwerpunkte des Programmes.

In der Halle warteten weitere lohnende Erfahrungen. Die anwesenden Polizisten nahmen sich geduldig viel Zeit, um den Kindern ihren Berufsalltag näherzubringen. So konnte in den Einsatzfahrzeugen Platz genommen, ein prüfender Blick durch die Radarpistole geworfen oder in schusssichere Westen geschlüpft werden.

Das Liedermacher-Duo „Bluatschink“ mit Toni und Margit Knittel (vorne) brachte die Halle nach dem offiziellen Teil des Events zum Toben.
- Funder

Eines der Highlights des Programmes war auf dem Fußballplatz zu erleben. Onyx, ein neuneinhalbjähriger Schäferhund, zeigte mit seinem Trainer Eduard Reinisch von der Polizei Lienz vor, was er so draufhat – von der Unterordnung über den Schutzbereich bis zur Suche. Die Präsentation sorgte bei den Kindern für große Augen, Polizeihund samt Herrl wurden mit viel Applaus belohnt.

Ausgelassene Stimmung herrschte gegen Ende des Events, sobald die Formation „Bluatschink“ mit Frontman Toni Knittel die Bühne betrat. Mit seiner erfrischend authentischen Art und Liedern wie „133 Kinderpolizei“ verstand es der Musiker, die Halle zum Toben zu bringen. Der Funke war vom ersten Moment an auf das junge Publikum übergesprungen, das lautstark mitsang. Auch heuer war das Konzert der gelungene Abschluss eines sinnvollen Vormittages.