Letztes Update am Di, 01.05.2018 14:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Facebook-Entwicklung

Vibrationssprache: User sollen Nachrichten „erfühlen“

Facebook arbeitet an einer „Vibrationssprache“ für Smartphones. Durch ein dickes Armband sollen Nutzer Benachrichtigungen „erfühlen“ können.

© iStock EditorialSymbolfoto.



Menlo Park – „Transcutaneous Language Communication“ (TLC) – so heißt eine neue Technologie, die der Internetriese Facebook derzeit entwickelt. Nachrichten sollen dabei über Vibrationen „gelesen“ werden können. Optisch erinnert das Gerät an einen Gips. Es wird um den Arm getragen und nutzt Tastsensoren, um Schwingungen in bestimmten Mustern zu übertragen. Dieser Ansatz soll Nutzern helfen, die gerade keine Hand frei haben, um das Smartphone zu bedienen.

Eine derartige Technologie wäre ein noch drastischerer Eingriff in den Alltag vieler Smartphone-Nutzer. Viele Menschen greifen bei der Vibration ihres Smartphones sofort zu dem Gerät. Mit der TLC-Technologie wäre dieser Zwischenschritt nicht mehr notwendig, Nutzer könnten einfache Nachrichten mehr oder weniger „erfühlen“.

Die User spüren bei TLC leichte Vibrationen, die in Phoneme kodiert sind. Dabei handelt es sich um eine Einheit gesprochener Sprache, die für alle Sprachen anwendbar ist. Den Facebook-Forschern zufolge können vier verschiedene Phoneme in nur drei Minuten gelernt werden. Studienteilnehmer konnten nach einer Stunde Training 100 Wörter wiedererkennen. „Unser Experiment zeigt, dass unerfahrene Nutzer die taktile Kodierung schnell lernen können“, heißt es in der Studie.

„Strukturierte Sätze für alltägliche Kommunikation können bereits nach einer dreiminütigen Lerneinheit gebildet werden“, geht aus der Beschreibung hervor. Das Device ist mit zwei Displays ausgestattet, in die jeweils acht Tastsensoren integriert sind. Die Schwingungen sind für 144 Millisekunden auf dem Arm spürbar. (TT.com, pte)