Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 05.05.2018


Osttirol

Osttiroler Taucher im Einsatz: Highspeed durch den Tristacher See

Der Ausbau des ultraschnellen Internets im Talboden macht auch vor dem Tristacher See nicht Halt. Taucher der Wasserrettung beförderten die Kabel in die Tiefe.

© OblasserDie Taucher Nadja Haller, David Greinbacher und Harald Klocker (r.) von der Wasserrettung Lienz beim Montieren von Gewicht und Schelle an der Breitband-Leitung. Hund Sanyo verfolgt aufmerksam das Geschehen.



Von Catharina Oblasser

Tristach, Amlach – Schneller surfen am Tristacher See – damit ist nicht das Surfen auf der Wasseroberfläche gemeint, sondern jenes im weltweiten Netz. Im Zuge der Erschließung des Lienzer Talbodens mit Highspeed-Internet bekommen das Strandbad, der Campingplatz und das Parkhotel Tristacher See einen Zugang. Außerdem wird der Hochbehälter für die Wasserversorgung von Tristach mit angebunden, erklärt Bürgermeister Markus Einhauer.

In der Regel geht die Verlegung der nötigen Rohre ohne speziellen Aufwand vonstatten. Der Boden wird aufgegraben, die Rohre platziert. Danach wird die Eintiefung wieder aufgefüllt. Nicht so am Tristacher See. Dort verläuft die Breitband-Verbindung nämlich durch den See und somit unter Wasser.

Deshalb sprangen fünf Taucher der Wasserrettung Lienz ein. Erst legte die Baufirma eine Leitung über den See. Dann kamen die Taucher zum Einsatz. Sie beschwerten die Leitung mit Gewichten, die durch Schellen befestigt waren. Dann ging es hinunter ins Wasser des Tristacher Sees, der an die acht Meter tief ist. Dort kontrollierten sie die korrekte Position der Leitung und stellten sicher, dass die rund 250 Betongewichte am richtigen Platz zu liegen gekommen waren. Gar nicht so leicht, denn das Seewasser ist zu dieser Jahreszeit recht schlammig und trüb.

Als erster Schritt wird die Leitung für die künftige Breitband-Verbindung auf der Wasseroberfläche platziert.
- Oblasser

Das Breitbandkabel im See, das künftig für die schnelle Verbindung sorgen wird, ist etwa 485 Meter lang. Es schließt an die Leitung an, die zur Auffahrt Tristacher See und weiter in die Gemeinde führt. Am Vorhaben, das rund 230.000 Euro kostet, beteiligen sich die Gemeinden Lienz, Amlach und Tristach.

Die Highspeed-Verbindung durch den See ist Teil des Projekts „Regionet“, das die 15 Gemeinden des Lienzer Talbodens mit rund 25.000 Einwohnern einschließt. Projektstart war 2014. Während sich der Planungsverband Lienzer Talboden um die überregionale Struktur kümmert, ist jede Gemeinde innerhalb ihrer Grenzen für das eigene Ortsnetz zuständig.

Marco Tscharnig (l.) und Harald Mandler von der zuständigen Baufirma überprüfen die Betongewichte mit den Metallschellen.
- Oblasser

„In Tristach haben wir für das Ortsnetz bis dato 350.000 Euro ausgegeben“, so Bürgermeister Einhauer. „Weitere 230.000 Euro sind für heuer budgetiert.“ In Amlach ist schon Ende Mai alles betriebsfertig.