Letztes Update am Mi, 30.05.2018 12:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Datenskandal

Facebook: Wissen nicht, welche Daten Cambridge Analytica hatte

Facebook schätzte, dass Informationen von bis zu 87 Millionen Mitgliedern widerrechtlich an die Datenanalyse-Firma gegangen sein könnten. Jüngst hieß es, es seien möglicherweise gar keine Nutzer in Europa betroffen.

© REUTERSSymbolfoto.



Menlo Park – Facebook weiß immer noch nicht genau, welche Nutzer-Informationen im aktuellen Datenskandal an die Firma Cambridge Analytica gegangen sind. Das betonte Geschäftsführerin Sheryl Sandberg auf einer Konferenz des Technologieblogs „Recode“ in der Nacht auf Mittwoch.

Das Online-Netzwerk schätzte zuvor, dass Informationen von bis zu 87 Millionen Mitgliedern – darunter potenziell 30.000 Nutzer in Österreich – widerrechtlich an die Datenanalyse-Firma gegangen sein könnten. Jüngst hieß es allerdings in einer überraschenden Kehrtwende, dass Nutzer in Europa möglicherweise auch gar nicht betroffen sein könnten. Klarheit soll eine Überprüfung bei Cambridge Analytica liefern, die allerdings wegen Ermittlung britischer Datenschutz-Behörden auf Eis liegt.

Facebook informierte Nutzer nicht

In dem aktuellen Datenskandal hatte ein Cambridge-Professor über eine Umfrage Informationen von Nutzern sowie ihren Facebook-Freunden erhalten – und sie dann an Cambridge Analytica weitergegeben. Facebook wusste seit Ende 2015 davon, gab sich jedoch mit der Zusicherung der Firma zufrieden, dass die Daten vernichtet worden seien, und informierten die betroffenen Nutzer nicht.

„Wir haben uns entschuldigt, aber darum geht es nicht – es geht darum, welche Maßnahmen wir unternehmen“, sagte Sandberg. Das Online-Netzwerk hatte unter anderem den Zugriff von App-Entwicklern auf Nutzer-Daten eingeschränkt und eine Überprüfung weiterer Anwendungen gestartet. Technologie-Chef Mike Schroepfer sagte, Facebook durchlebe aktuell den bisher größten Wandel, weil das Online-Netzwerk von Anfang an nicht nur an die positiven Auswirkungen seiner Funktionen denken, sondern auch daran, wie diese missbraucht werden können. (APA/dpa)