Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.07.2018


Web und Tech

Abfuhr für Web-Riesen als „Banken“

Eine große Mehrheit der Österreicher will laut Umfrage keine Bankgeschäfte mit den Internetgiganten machen.



Wien – Laut einer repräsentativen Integral-Umfrage im Auftrag im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen geben 90 Prozent an, dass ihnen Innovation sehr wichtig sei. Trotzdem wollen demnach nur wenige mit den großen Internetgiganten Bankgeschäfte machen. 83 Prozent meinen, sie würden von Amazon keine Bankdienstleistungen in Anspruch nehmen wollen, bei Google sind es 87 Prozent und Facebook hat mit 95 Prozent die höchste Ablehnung. Ähnlich wenige Österreicher interessieren sich für Angebote von FinTechs: Etwa 80 Prozent finden sie nicht interessant.

72 Prozent der Befragten halten laut Integral ihre Daten im Online-Banking für sicherer verwahrt als bei Amazon (7 Prozent). Bei der Frage, wer vertrauenswürdiger ist, meinen 2 Prozent, das sei Google, 77 Prozent schreiben das hingegen ihrem Online-Banking zu. Alleine beim Spaß an der Nutzung liegen Dienste von Facebook (38 Prozent), Amazon (35 Prozent) und Google (34 Prozent) vorne.

„Das ist eine Momentaufnahme. Wir wissen aber, wie schnell sich das ändern kann, wenn entsprechende Angebote erst einmal in den Alltag der Menschen integriert sind“, meint dazu der Privatkunden-Vorstand der Erste Bank Österreich, Thomas Schaufler.

Sechs von zehn Österreichern nutzen laut Schaufler bereits regelmäßig Online-Banking. Im Jahr 2005 lag der Wert bei rund der Hälfte. Einer der Gründe sei der auf 72 Prozent gestiegene Smartphone-Besitz im Lande und die dadurch starke Verbreitung von mobilem Internet. Aber nicht nur die Hardware habe sich verändert, sondern auch die Software beziehungsweise die Apps. Der Zugang zu den eigenen Finanzservices werde immer einfacher, da Smartphone-Anbieter neue Technologien wie Fingerabdruck-Scanner oder Gesichtserkennung zur Verfügung stellen. Dadurch verkürzten sich Log-in-Zeiten dramatisch.

Sehr erfolgreich laufe das Sparkassen-Internetbanking George, das 2015 gestartet wurde. „Wir werden Ende des Jahres rund drei Millionen Kunden in vier unserer Länder haben“, so Peter Bosek, Chief Retail Officer der Erste Group. Insgesamt werde George künftig den rund 16 Millionen Kunden innerhalb der Erste Group zur Verfügung stehen. Es wäre somit die größte paneuropäische Banking-Plattform. (TT)




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