Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.07.2018


Osttirol

Neues Patent lässt Fußballer genauer die Mauer machen

Ein Matreier erfand einen Laser, der den vorgegebenen Abstand bei Freistößen auf den Rasen projiziert. Das soll Streit verhindern.

© freekicklaser.comDer Laser misst von oben den genauen Abstand, der bei einem Freistoß vorgegeben ist.



Von Catharina Oblasser

Matrei i. O. – Fußball, so heißt es, ist die schönste Nebensache der Welt. Auch für Natalis Ganzer aus Matrei. Der 36-Jährige ist technischer Referent in einer Anwaltskanzlei in Innsbruck und engagiert sich in seiner Freizeit bei der Sportunion Matrei. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 kam Natalis Ganzer eine Idee, die, wie er sagt, den Verlauf eines Fußballspiels verbessern könnte. Dabei geht es um die Situation, wie sie rund um einen Freistoß oft entsteht.

Die Fans des runden Leders wissen, wovon die Rede ist. Damit auch Laien verstehen, worum es geht, erklärt Ganzer: „Wenn der Schiedsrichter nach einem Foul einen Freistoß für die eine Mannschaft gibt, dann dürfen sich Spieler der anderen Mannschaft aufstellen, um die so genannte ,Mauer’ zu machen und zu verhindern, dass der Ball im Tor landet.“

Entscheidend ist dabei der Abstand zwischen dem Ball und der gegnerischen „Mauer“. Der muss nämlich 9,15 Meter betragen. Gemessen wird der Abstand allerdings nicht wirklich, sagt der Matreier Erfinder. „Es ist eher so, dass der Schiedsrichter die 9,15 Meter schätzt oder mit Schritten abmisst. Dieser Abstand wird dann mit farbigem Spray markiert.“

Natalis Ganzer aus Matrei in Osttirol will mit seiner Erfindung, den Freekick-Laser, den Fußballsport verändern.
- Ganzer

So würden Zweifel entstehen, ob der Abstand wirklich den geforderten 9,15 Metern entspricht, ob er länger oder kürzer ist und dadurch die eine oder andere Mannschaft benachteiligt sei, schildert Ganzer. Oft genug würde darüber diskutiert oder sogar gestritten. Das koste obendrein noch Zeit.

Deshalb hat sich der 36-Jährige ein Lasersystem ausgedacht. Dabei wird im Fall eines Freistoßes die Position des Balls registriert und davon ausgehend der genaue Abstand – 9,15 Meter – errechnet. Der Laser projiziert die Linie, hinter der sich die gegnerische „Mauer“ aufstellen muss, auf den Rasen. Damit würden alle Zweifel an der Korrektheit des Abstands ausgeräumt, meint Ganzer. Außerdem gehe es schneller als die Spray-Methode.

Montiert wird der Projektor oberhalb des Fußballfeldes an Seilen, auf denen auch die Stadionkamera angebracht ist. Unter www.freekicklaser.com erklärt Ganzer das System mit Hilfe von Mensch-ärgere-dich-nicht-Figuren. Das Patent auf den Laser ist schon angemeldet. Nun sucht der Matreier einen Investor, um einen Prototyp bauen zu lassen. 50.000 Euro sind nötig.

Die heurige Fußball-WM geht morgen Sonntag zu Ende. „Wer weiß, vielleicht ist mein Laser bei der nächsten WM in vier Jahren schon Standard?“, schmunzelt der Erfinder.