Letztes Update am Fr, 20.07.2018 11:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lynchjustiz-Fälle

WhatsApp schränkt Weiterleiten von Nachrichten drastisch ein

Anlass für die zunächst probeweise Maßnahme sind mehrere Fälle von Lynchjustiz in Indien.

© pixabaySymbolbild.



Santa Clara – Über WhatsApp verbreitete Gerüchte und Falschinformationen haben in Indien bereits mehrfach zu Lynchmorden an Unschuldigen geführt. Die Facebook-Tochter hat nun reagiert und will probeweise das Weiterleiten von Nachrichten einschränken. Von dem Test werden alle Nutzer weltweit betroffen sein, wie der zu Facebook gehörende Messengerdienst am Donnerstagabend mitteilte.

Bisher ließen sich Inhalte an bis zu 250 Kontakte und Gruppen gleichzeitig weiterleiten. Ab sofort sollen es weltweit nur noch 20, in indien nur noch fünf sein. In Indien, dem mit mehr als 200 Millionen Nutzern größte Markt von WhatsApp, können zudem versuchsweise maximal fünf Chats, egal ob individuell oder in Gruppen, gleichzeitig geführt werden. Auch werde der Knopf zum schnellen Weiterleiten neben Bildern und Video-Nachrichten entfernt.

Mit den Maßnahmen will WhatsApp das massenhafte Weiterleiten von Nachrichten unterbinden. Anlass sind mehrere Vorfälle in diesem Jahr, bei denen falsche Nachrichten über Kindesentführer auf WhatsApp dazu geführt haben, dass mehr als ein Dutzend Menschen in Indien von Mobs verprügelt wurden. Einige der Opfer starben. Nach Angaben von WhatsApp werden in Indien mehr Nachrichten, Fotos und Videos weitergeleitet als in jedem anderen Land. (TT.com, APA/Reuters)




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