Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 06.03.2019


Tirol

Kreative Wege durch den Internet-Dschungel in Tirol

Seit vier Jahren setzen heimische Unternehmer, Vereine und Künstler auf die regionalen .tirol-Domains.

Die Fotografen Tanja und Andreas Rigger verleihen über das Internet mobile Fotoboxen.

© verschDie Fotografen Tanja und Andreas Rigger verleihen über das Internet mobile Fotoboxen.



Innsbruck – Wer sich im Internet einen Namen machen will, hat es nicht mehr leicht. Derzeit gibt es mehr als 1,6 Milliarden Webseiten und jede Sekunde kommen zwei neue hinzu. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der gewünscht­e Name vergeben ist. „Beim ,Hotel Post‘ tut man sich sicher schwer, etwas zu finden, weil alles mit den Endungen .com oder .at weg ist“, erklärt der St. Johanner Internet-Experte Christian Hirzinger. In so einem Fall schlägt der Futureweb-Geschäftsführer den Kunden bei der Erstellung einer neuen Webseite die Endung .tirol vor. „Für Unternehmen, die regional tätig sind, ist das eine attraktive Alternative.“

Seit mittlerweile vier Jahren gibt es diese Top-Level-Domain – das sind Endungen der Internetadressen wie .com, .at oder .org. 7000 Webseiten mit der Endung .tirol sind aktuell im Netz verfügbar. „Es scheint, als würden wir mit den .tirol-Domains dem Wunsch nach regionaler Herkunft entgegenkommen, indem erkennbar auf den Unternehmens­standort Tirol im WWW hingewiesen wird“, sagt Markus Kichl, Geschäftsführer der punkt Tirol GmbH, die sich um die Verwaltung und Vermarktung der Domain kümmert.

Die Englischlehrer Irene und Alex Macdonald präsentieren sich und ihr Englischkurs-Angebote online.
Die Englischlehrer Irene und Alex Macdonald präsentieren sich und ihr Englischkurs-Angebote online.
- versch

Vor einigen Jahren wurden die Regeln, wie eine Internetadresse zu enden hat, gelockert. Es entstanden neue Endungen. In Tirol hat man das Glück eines kurzen Wortes, wie Hirzinger meint. „Eine Domain .burgenland ist viel zu lang, das macht keinen Sinn. Ansonsten hat man jetzt mehr Möglichkeiten, die passende Domain zu finden.“ Idealerweise sollte das eine Kombination sein, mit der man bei Google weit vorne landet. Hirzinger empfiehlt, nicht den Namen des Unternehmens zu verwenden, sondern die Branche zu benennen – etwa www.hotel.tirol. Nach diesem Muster sind Alex und Irene Macdonald vorgegangen. Die Webseite der Englischlehrer erreicht man unter www.englisch.tirol. „Wir haben schon vor vier Jahren umgestellt“, erklärt Irene Macdonald zufrieden. Auch Andreas Rigger, der über www.fotobox.tirol mobile Fotoautomaten verleiht, sagt: „Bei Google sind wir jetzt weit vorne, das bringt uns viel.“

Das Zwischenfazit nach vier Jahren fällt auch bei Markus Kichl überaus positiv aus: „Die Branchen sind sehr gut durchgemixt – vom Nachhilfelehrer bis zum Hotelier. Und es ist erstaunlich, welch kreative und originelle .tirol-Domainnamen bisher registriert wurden.“ (chris)

Im Internet:

Weitere Informationen finden Sie auf www.nic.tirol




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