Letztes Update am Mi, 06.03.2019 12:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Web und Tech

App von CERN und Google lässt Urknall am Handy erleben

Die „Big Bang AR“ App ist Teil eines „Google Arts and Culture“-Projekts mit dem Titel „Once Upon a Try“, das Google am Mittwoch vorstellte. Eines der Ziele des CERN sei, Menschen weltweit für Wissenschaft und Technologie zu begeistern.

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Genf, Washington – Die Geschichte unseres Universums, 13,8 Milliarden Jahre in sieben Minuten, mit 360 Grad Rundumsicht, vom Urknall, über Sternenexplosionen und Planetenbildung bis zum heute bekannten Sonnensystem: Diese Geschichte – auf Englisch erzählt von Schauspielerin Tilda Swinton – haben das Schweizer Teilchenforschungszentrum CERN und Google nun in eine App mit „Augmented Reality“ (AR) gepackt.

CERN will neues Publikum erreichen

Die „Big Bang AR“ App ist Teil eines „Google Arts and Culture“-Projekts mit dem Titel „Once Upon a Try“, das Google am Mittwoch vorstellte. Eines der Ziele des CERN sei, Menschen weltweit für Wissenschaft und Technologie zu begeistern, betonte Charlotte Warakaulle, Leiterin für internationale Beziehungen am CERN, in einer Aussendung. „Wir hoffen, mit dieser App ein neues Publikum zu erreichen und mit allen die Geschichte der Ursprünge unseres Universums auf inspirierende Weise zu teilen.“

„Once Upon a Try“ beinhaltet noch mehr als die App. Es ist eine gigantische virtuelle Ausstellung aus 400 interaktiven Sammlungen, die durch Jahrtausende menschlicher Erfindungen und Entdeckungen führt.

So kann man virtuell den Teilchenbeschleuniger des CERN oder die Internationale Raumstation ISS besuchen, eine Sammlung von Notizen Albert Einsteins besichtigen oder mehr über die Geschichte der Erfindung des Kompasses, der Toilette oder des Emojis erfahren. Das CERN erstellte zudem virtuelle geführte Touren, beispielsweise zur Entdeckung des Higgs-Teilchens und der Erfindung des Internets.

Das Projekt stellt Erfinder, Entdecker, Wissenschaftern und Pioniere vor, die Großes geleistet haben, schließt aber auch aktuelle Forschung ein. So erzählen in einer Video-Serie auf YouTube fünf Forscherinnen von Fortschritten in der Wissenschaft, die uns so etwas wie „Superkräfte“ verleihen könnten.

Virtuelle Ausstellung über Forschungsdrang

„Once Upon a Try“ zeigt aber auch die glücklichen Zufälle in der Wissenschaft, wie bei der Entdeckung der Röntgenstrahlen, und die großen Fehlschläge, wie die Entwicklung eines elektrischen U-Boots durch Isaac Peral, das letztlich nie vom Stapel lief. Diese virtuelle Ausstellung über den menschlichen Forschungsdrang und Wissensdurst solle eine neue Generation inspirieren, neugierig zu sein, das Unbekannte zu erforschen und Neues auszuprobieren, hieß es seitens Google. (APA/sda)