Letztes Update am Mi, 13.03.2019 14:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


TV-Streamingdienst

„It‘s show time“: Apple lädt zur Präsentation des Netflix-Konkurrenten

Der TV-Streamingmarkt ist bald um einen Mitstreiter reicher. Der Dienst aus dem Hause Apple wird am 25. März vorgestellt. Dass der iPhone-Konzern weitere Produkte enthüllen wird, ist unwahrscheinlich. Eine Ausnahme dürfte es aber geben.

Mit diesem schlichten Bild lädt Apple zum Event am 25. März. Mit dem Ausspruch "It's show time" warb der Technologieriese zuletzt bei einer Keynote im Jahr 2006, als Apple TV – damals noch iTV – an den Start ging.

© AppleMit diesem schlichten Bild lädt Apple zum Event am 25. März. Mit dem Ausspruch "It's show time" warb der Technologieriese zuletzt bei einer Keynote im Jahr 2006, als Apple TV – damals noch iTV – an den Start ging.



Von Tamara Stocker

Innsbruck — Vier, drei, zwei, eins ... it's show time! Mit einem Countdown in alter Filmmanier kündigt Apple sein nächstes Großevent an. Bei der Keynote am 25. März wird der iPhone-Konzern wohl das enthüllen, worum sich seit Monaten die Gerüchte ranken: Einen hauseigenen TV-Streamingdienst.

Im Herbst vergangenen Jahres war das Vorhaben erstmals durchgesickert. Seither wurden Infos nur spärlich gestreut. Sicher ist jedenfalls, dass Apple für sein Konkurrenzangebot bis 2022 vier Milliarden Dollar in die Hand nehmen will. Viel Geld, keine Frage. Nur zum Vergleich: Allein 2018 gab Branchenprimus Netflix acht Milliarden Dollar nur für Eigenproduktionen aus.

Fokus liegt auf Familienfreundichkeit

Bereits vor einem Jahr hat Apple begonnen, eigene Inhalte von hochkarätigen TV- und Serienexperten produzieren zu lassen. Es gibt Deals mit Oprah Winfrey, Steven Spielberg, Reese Witherspoon oder „Sixth Sense"-Regisseur M. Night Shyamalan. Mitunter kaufte sich Apple die Rechte an dem Format „Carpool Karaoke" und kündigte neue Folgen der Zeichentrickserie „Peanuts" mit Titelheld Snoopy an. Zudem ist eine Neuauflage von Spielbergs „Amazing Stories" und der Einwandererserie „Little America" geplant.

Der familienfreundliche Anstrich ruft bei Branchenkennern Skepsis hervor. Dass Apple auf gewalttätige, intime oder politische Szenen verzichten will, halten Kritiker für „zu eintönig und langweilig".

Bindung an Hardware statt Offenheit

Wann genau der Dienst an den Start geht ist bist dato ebenso unsicher wie die technischen Details. Möglich ist, dass Apple den Dienst auf bestimmte Geräte beschränkt, um den Absatz von Apple TV, iPhones und iPads anzukurbeln. 1,3 Milliarden iOS-Nutzer hätten dann die Möglichkeit, das Angebot in seiner Basis-Version kostenlos zu nutzen.

Wenn Apple sein Angebot nur in iPhones und iPads integriert, wäre das ein großer Unterschied zur Konkurrenz. Denn Netflix und Amazon Prime bieten ihre Serien und Filme auf möglichst vielen Plattformen und über Apps an. Andererseits ist Apple erst kürzlich einen Deal mit Samsung, Marktführer im TV-Geschäft, eingegangen. Seit Anfang des Jahres ist iTunes für Videoinhalte auf allen Smart-TV's der Jahrgänge 2018 und 2019 vorinstalliert.

Livestream zur Apple-Keynote

Wer Apples erste Produktveranstaltung im Jahr 2019 live mitverfolgen will, kann dies am 25. März ab 18 Uhr unter folgendem Link tun: https://go.tt.com/2T5jUcu

Voraussetzung: Der Stream erfordert ein iPhone, iPad oder iPod Touch mit iOS 10 oder neuer, einen Mac mit mindestens macOS Sierra 10.12 oder einen Windows 10-PC und Microsoft Edge, andere Browser können natürlich ebenfalls genutzt werden. Sicherlich wird auch der Apple TV die Veranstaltung über die Apple Events-App auf den großen Bildschirm bringen.

Wohl vorerst keine neuen Geräte, aber News-Flatrate

Dass Apple am 25. März auch neue Geräte präsentiert, ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Schließlich soll der Streamingdienst so wenig wie möglich an Aufmerksamkeit einbüßen. Mit der zweiten Generation der Airpods, überarbeiteten iPads, MacBooks und iMacs sowie der Ladematte Airpower und einem neuen iPod Touch stehen jedenfalls für heuer noch einige Produkte in der Warteschleife.

Wahrscheinlicher ist, dass bei der Keynote neben dem TV-Dienst eine neue Nachrichten- und Magazin-Flatrate vorgestellt wird. Mit „Texture" hat Apple 2018 einen entsprechenden Dienst eingekauft. Die News-App, die in Österreich und Deutschland noch nicht erhältlich ist, soll dann mit einem Abonnement um kostenpflichtige Inhalte erweitert werden. Kunden müssten dann um die zehn Dollar bezahlen, um sämtliche teilnehmende Zeitungen lesen zu können.

Wer da allerdings mit an Bord ist, ist noch nicht bekannt. Jedenfalls zeigten sich das Wallstreet Journal oder die New York Times im Vorfeld wenig begeistert von der Gebühr, weil Apple immerhin 50 Prozent der Einnahmen behalten will.