Letztes Update am Di, 02.04.2019 23:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Auf Twitter blockiert

Macrons Gesetz gegen Fake News fällt eigener Regierung auf den Kopf

Die französische Regierung will gegen Falschnachrichten im Netz vorgehen. Der Kurznachrichtendienst Twitter sieht sich außerstande dabei zu helfen – und sperrt stattdessen eine Kampagne des Pariser Innenministeriums.

Twitter blockiert die Kampagne der französischen Regierung für die Europawahl.

© AFPTwitter blockiert die Kampagne der französischen Regierung für die Europawahl.



Paris – Im Europawahlkampf ist der französischen Regierung ihr eigenes Gesetz gegen Falschnachrichten auf den Kopf gefallen. Der Online-Dienst Twitter habe sich geweigert, eine vom Pariser Innenministerium finanzierte Kampagne zu verbreiten, die zur Teilnahme an der Europawahl aufruft, teilte die Informationsbehörde der Regierung am Dienstag mit.

Dabei habe sich Twitter auf ein im Dezember verabschiedetes Gesetz gegen die Verbreitung von Falschnachrichten berufen. Der Informationsdienst der Regierung wollte mit der Kampagne unter dem Schlagwort „Ouijevote“ (Ja, ich wähle) Bürger dazu bewegen, sich in die Wählerllisten für die Abstimmung am 26. Mai einzutragen. Dabei wollte die Regierungsbehörde auch bezahlte Werbung auf Twitter nutzen.

Gesetzeserlass im Dezember

Im Dezember war das Gesetz, das die „Manipulation von Informationen“ verhindern soll, erlassen worden. Es zielt vor allem auf Online-Unternehmen wie Google, Facebook und Twitter. Diese sollen bezahlte Politik-Werbung als solche kenntlich machen, um Manipulationen und Wahleinmischung zu verhindern. So müssen etwa der Auftraggeber und die Finanzierung angegeben werden.

Anders als Google und Facebook sei Twitter derzeit dazu nicht in der Lage, teilte das Unternehmen mit. Twitter habe deshalb beschlossen, alle politischen Werbekampagnen abzulehnen. Der Informationsdienst der Regierung betonte dagegen, bei der Kampagne handle es sich nicht um politische oder parteienbezogene Werbung, sondern um eine Aufklärungskampagne, die zur Stimmabgaben bei der Wahl aufrufe.

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„Das Gesetz wendet sich nicht gegen uns“, sagte ein Sprecher des Informationsdienstes. Es handle sich vielmehr um einen letzten Versuch, die Diskussion über das Gesetz erneut zu entfachen. (APA/AFP)