Letztes Update am Fr, 10.05.2019 16:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Freudentanz mit Prothese: Video von afghanischem Kind berührt die Welt

Der fünfjährige Ahmad Rahman verlor sein rechtes Bein als Baby bei der Explosion einer Landmine. Nun bekam er eine passende Prothese - und begann vor Freude in der Klinik zu tanzen.

Vor Freude über das neue Bein legte der kleine Ahmad einen Tanz hin.

© Screenshot/YouTubeVor Freude über das neue Bein legte der kleine Ahmad einen Tanz hin.



Kabul - Das Video eines afghanischen Buben, der sich über seine neue Beinprothese freut, hat viele Menschen weltweit gerührt. Auf den Bildern ist zu sehen, wie der fünfjährige Ahmad Rahman in der orthopädischen Klinik des Roten Kreuzes in Kabul breit grinsend tanzt und sich freut, während seine Familie und Pfleger lachen und klatschen.

"Jeder in unserem Zentrum kennt ihn, denn er ist immer gut gelaunt und bringt Freude an diesen Ort. Er hört nicht auf zu lachen und singt auch noch dazu", sagte Rot-Kreuz-Sprecherin Roya Musawi. Ahmad habe sein rechtes Bein als Baby bei der Explosion einer Landmine in der Provinz Logar verloren, heißt es in dem Video, das in den sozialen Medien etliche Male geteilt wurde. Auch seine ältere Schwester sei damals verletzt worden. In den vergangenen Jahren seien dem Buben bereits vier Prothesen angepasst worden.

Über 20.000 Patienten mit Prothese vergangenes Jahr

Allein im vergangenen Jahr haben nach Angaben des Roten Kreuzes mehr als 20.000 Patienten in dem von Krieg gezeichneten Land künstliche Gliedmaßen oder andere orthopädische Hilfen erhalten. Viele darunter waren Kinder. "Die Rekordzahl von Afghanen, die Rehabilitation benötigen, spiegelt das hohe Maß an Not wider", sagte der zuständige Leiter beim Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK), Alberto Cairo. Nach Zahlen der UN-Mission in Afghanistan (Unama) starben 2018 in dem Konflikt 927 Kinder, 2.135 wurden verletzt.

Das IKRK hatte nach dem Entzug von Schutzgarantien durch die radikalislamischen Taliban im April seine Aktivitäten in Afghanistan weitgehend einstellen müssen. Das Rote Kreuz leistet in dem Land medizinische Hilfe, überprüft Haftbedingungen in Gefängnissen oder birgt Gefallene verschiedener Konfliktparteien. Die Organisation hat rund 1.600 Mitarbeiter an Ort und Stelle. (APA/dpa)