Letztes Update am Mo, 13.05.2019 09:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Sri Lanka blockiert Facebook nach Ausschreitungen gegen Muslime

Christen attackierten nach einem Beitrag Facebook Moscheen und Geschäfte von Muslimen. Facebook, Instagram und WhatsApp wurden daraufhin vorübergehend blockiert.

Facebook wurde vorübergehend blockiert.

© AFPFacebook wurde vorübergehend blockiert.



Colombo – Nach Ausschreitungen gegen Muslime in Sri Lanka sind die Online-Netzwerke in dem Land vorübergehend blockiert worden. Die Behörden ordneten an, den Zugang zu Diensten wie Facebook, WhatsApp, Instagram zu sperren, wie die Internetprovider in dem südasiatischen Inselstaat am Montag mitteilten.

Die Lage in Sri Lanka ist nach den mutmaßlich islamistischen Anschlägen am Ostersonntag auf mehrere katholische Kirchen und Luxushotels weiterhin angespannt.

In der Stadt Chilaw war es am Sonntag als Reaktion auf die Facebook-Botschaft eines muslimischen Ladenbesitzers zu Ausschreitungen gekommen. „Hört auf zu lachen, eines Tages werdet ihr weinen“, schrieb der Mann. Christliche Gruppen sahen darin eine Anschlagsdrohung. Sie attackierten daraufhin den Laden des Händlers und weitere Geschäfte. Zudem randalierten sie in einer Moschee. Die Polizei schritt ein, gab Warnschüsse in die Luft ab und verhängte eine Ausgangssperre.

Islamische Gelehrte rufen zu Zurückhaltung auf

Der Verband der islamischen Gelehrten (ACJU) in Sri Lanka warnte vor zunehmendem Argwohn gegenüber der muslimischen Minderheit in dem Land. Der ACJU rief Muslime dazu auf, provokative Beiträge in den sozialen Medien zu vermeiden.

Bei den Selbstmordattentaten auf insgesamt drei Kirchen und drei Luxushotels waren am Ostersonntag zusammengenommen 258 Menschen gestorben, etwa 500 weitere wurden verletzt. Seit der Anschlagsserie gilt in Sri Lanka der Ausnahmezustand.

Die Jihadistenmiliz IS (Daesh) reklamiert die Attacken für sich. Sri Lankas Regierung macht die Islamistengruppe National Thowheeth Jama‘ath (NTJ) für die Anschläge verantwortlich, glaubt aber, dass sie Unterstützung aus dem Ausland hatte. (APA/AFP)