Letztes Update am Do, 04.07.2019 13:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Soziale Medien

Antisemiten kaperten Adidas-Twitterkampagne

Die „#DareToCreate“-Kampagne wurde für Sportartikelhersteller Adidas zum PR-Fiasko. Antisemiten nutzten sie, um rassistische Äußerungen zu verbreiten. Zahlreiche User warfen Adidas mangelnde Kontrolle vor.

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Stockport, London — Eine Twitter-Marketingkampagne von Sportartikelhersteller Adidas wurde in Großbritannien von Antisemiten zur Verbreitung judenfeindlicher Äußerungen missbraucht. Die Kampagne wurde daraufhin deaktiviert.

Die „#DareToCreate" („Wage es, zu kreieren") genannte Kampagne sollte für neue Trikots des britischen Fußballvereins FC Arsenal werben. Auf Twitter konnten Fans Adidas um ein Bild ansuchen, auf dem ihr Benutzername auf dem neuen Trikot zu sehen ist. In einem Tweet wird der User mit den Worten „Das ist dein Zuhause. Willkommen im Team" begrüßt. Laut Adidas sollte die Kampagne begeisterten Arsenal-Fans eine Freude machen.

Jedoch gab es offenbar keinen Filter dafür, welche Worte und Aussagen in den Benutzernamen vorkommen. Einige User kaperten die Kampagne, sodass Bilder mit Arsenal-Trikots in Umlauf gerieten, auf denen antisemitische und rassistische Aussagen standen. Ein Trikot suggerierte beispielsweise, dass „Hitler unschuldig" sei. Auf Twitter wurden diese Bilder schnell weit verbreitet.

Adidas will "Sachlage untersuchen"

„Weil eine kleine Minderheit die Werbekampagne für anstößige Aussagen missbraucht hat, haben wir sofort deren Funktion abgeschaltet. Ein Twitter-Team wird die Sachlage untersuchen", zitiert die HuffPost UK einen Sprecher von Adidas.

Adidas erntete in sozialen Medien Kritik und Spott aufgrund der mangelnden Kontrolle über die eigene Kampagne. Ein Twitter-Nutzer schrieb: „Jemand sollte aus seinem Bett raus und ein bisschen Schadensbegrenzung betreiben." Ein anderer User meinte: „Ja, Social Media ist toll und macht Spaß, aber es ist immer noch ein Job, für den man Können braucht. Und man muss auf Trolle vorbereitet sein, was Adidas offensichtlich nicht ist." Der FC Arsenal betonte in einem Statement, dass Aussagen wie die der Twitter-Trolle im Fußball nichts verloren haben. Diversität sei Arsenal wichtig und jeder, der mit dem Club zu tun habe, sollte das gleiche Gefühl der Zugehörigkeit erfahren. (TT.com, pte)