Letztes Update am Di, 06.08.2019 12:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Handy im Urlaub

Hackerangriffe und Kostenfallen: So schützt man sich im Urlaub

Die Verletzung der Privatsphäre durch Spähsoftware ist keine Seltenheit mehr – vor allem im Ausland werden Touristen immer häufiger Opfer von Hackerangriffen. Als Schutzmaßnahme auf das WLAN zu verzichten, ist wiederum oft mit hohen Kosten verbunden. Einiges sollte beachtet werden, um im Urlaub vor Hackerangriffen und Kostenfallen sicher zu sein.

Beim Benutzen des Smartphones im Urlaub sollte man ein paar Dinge beachten, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

© APABeim Benutzen des Smartphones im Urlaub sollte man ein paar Dinge beachten, um keine bösen Überraschungen zu erleben.



Innsbruck – Smartphones, Laptops und Tablets sind heutzutage die ständigen Wegbegleiter, daher dürfen sie auch im Urlaub nicht fehlen. Reisen ins Ausland stellen aber oft besondere Anforderungen an die technischen Begleiter. Wer etwa unterwegs online geht, sollte wissen, wie er seine Daten am besten schützen kann, und wieviel er für mobile Datennutzung am Ende wirklich bezahlt.

Zugangsdaten nicht speichern: Ein Tipp ist es, seine Zugangsdaten niemals im genutzten Webbrowser abzuspeichern. So wird es unmöglich gemacht, im Falle eines Diebstahles auf die ursprünglichen Konten zuzugreifen. Kostenlose, frei zugängliche WLAN-Netzwerke sind zwar praktisch, aber auch nicht ohne Gefahr. Kriminelle nutzen diese oft, um eingeloggte Endgeräte mit einer Spähsoftware zu versehen. Durch so genannte „Keylogger“ lassen sich Eingaben über die Tastatur in Echtzeit verfolgen und kopieren.

WLAN mit Kennwort: Um sich vor Hackern zu schützen, sollten Smartphone, Tablet und Co. nur in Netzwerke einloggt werden, in denen man individualisierte Kennwörter benötigt. Netzwerkbetreiber, die auf dem aktuellen Stand der Datensicherheit sind, sollten individuell erstellte Passwörter an jeden einzelnen Kunden herausgeben, etwa mit dem Kassenbeleg oder mit der Schlüsselkarte.

Privates Netzwerk: Eine der sichersten Varianten stellt das „Virtuelle Private Netzwerk“ (VPN) dar. Ein VPN-Zugang kann für die meisten Browser als kostenloses Plug-in heruntergeladen werden. Die gesicherte Verbindung des VPNs führt in ein Servernetzwerk und von dort aus erst ins Internet. Diese Verbindung ist von außen nur schwer nachzuvollziehen. Passwörter auszuspähen wird so ungleich schwieriger für Kriminelle.

Passwortmanager: Die sicherste Variante ist der Passwortmanager. Diese Software generiert Passwörter mit einem hohen Sicherheitsfaktor und speichert diese. Die Kombinationen können bei Bedarf sicher abgerufen werden. Der Passwortmanager fungiert als Datenbank, in der jeder genutze Zugang hinterlegt und bei Bedarf abgefragt werden kann.

Datenroaming: Mit Juni 2017 gilt eine neue Roaming-Regelung, durch die keine Zusatzkosten mehr anfallen, wenn im Ausland telefoniert oder gesurft wird. Dass damit aber nur EU-Ausland, also die 28 Mitgliedsstaaten plus Island, Liechtenstein und Norwegen gemeint sind, vergessen viele. Sei ein Urlaub außerhalb dieser Länder geplant, sollten sich Reisende vorab beim Mobilfunkanbieter über die Kosten informieren, empfiehlt Christian Obermoser vom Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Salzburg. 1 GB Datenvolumen könne sonst schnell den Wert eines Kleinwagens übersteigen – 15.000 bis 20.000 Euro seien für diese Datenmenge etwa in der Schweiz durchaus möglich. Um derartig unverhältnismäßigen Rechnungen den Riegel vorzuschieben, sei zwar eine weltweite Schutzgrenze von 60 Euro eingeführt worden, die nur mit einer ausdrücklichen Zustimmung überschritten werden darf. Die AK rät dazu, diese Grenze nur im äußersten Notfall zu deaktivieren, im Urlaub besser WLAN für das Surfen zu benützen oder spezielle Datenroaming-Pakete zu kaufen.

Sprachbox: Ausgeschaltet werden sollte im Urlaub laut AK auch die Sprachbox – weil nicht beantwortete und weitergeleitete Anrufe ebenfalls für hohe Kosten sorgen können.

Im Flugzeug: Besondere Vorsicht ist bei Netzwerken in Flugzeugen und auf Schiffen oder Fähren geboten. Schutzvorschriften gelten hier nicht, weshalb man schnell den Überblick über anfallende Spesen verlieren kann. (anh/ pte/APA)