Letztes Update am Do, 05.09.2019 13:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


IFA 2019

Samsung mit 5G- und Falt-Offensive, Amazon schaut in TV-Zukunft

Die Netze des superschnellen 5G-Datenfunks sind erst im Aufbau. Doch Samsung macht sein Smartphone-Portfolio 5G-fähig. Auch ein auffaltbares Telefon wird in Kürze dazugehören. Amazon setzt künftig stärker auf die TV-Bedienung per Sprache. Erstmals bekommt ein Gerät Mikrofone für Alexa integriert.

Das Samsung Galaxy S10 (Archivfoto).

© AFPDas Samsung Galaxy S10 (Archivfoto).



Berlin — Samsung gibt bei 5G Gas. Auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin kündigte das Unternehmen sein erstes Mittelklasse-Smartphone mit dem schnellen Datenfunk-Standard an. Das Galaxy A90 5G richte sich an „Digital Natives", die etwa besondere Erlebnisse festhalten und unterwegs live streamen wollen, um sie nahezu in Echtzeit mit anderen zu teilen, hieß es. „Mit der Erweiterung unseres 5G-Portfolios, insbesondere im mittleren Preissegment, machen wir die Technologie einer breiten Masse zugänglich", sagte Olaf May, Mobil-Chef von Samsung Deutschland.

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Bislang gibt es allerdings nur wenige Funkmasten in Deutschland, über die die Geschwindigkeiten von 5G verfügbar sind. „Deutschland ist trotz riesiger Fortschritte noch 5G-Entwicklungsland", sagte May. Samsung glaube aber, dass ein breites Produkt-Angebot über alle Preisklassen hinweg die Entwicklung fördere.

Samsungs erstes auffaltbares Smartphone, dass Galaxy Fold 5G, soll am 18. September in den Handel kommen. Das Gerät wird auch den Mobilfunkstandard 5G unterstützen.

In Deutschland soll das Smartphone, dessen Display sich auf die Größe eines kleinen Tablets aufklappen lässt, zusammen mit Kopfhörern und einem Cover erhältlich sein. Mit einem Preis von 2100 Euro dürfte sich das Galaxy Fold 5G allerdings zunächst an eine kleine Gruppe von Konsumenten richten.

Samsung und der chinesische Hersteller Huawei hatten sich ein Wettrennen geliefert, wer als erstes ein auffaltbares Smartphone auf den Markt bringen kann — der Start der Geräte verzögerte sich dann aber wegen technischer Probleme. Samsung stoppte die Markteinführung nur wenige Tage vor dem Termin Ende April, nachdem mehrere US-Journalisten von schon nach wenigen Tagen kaputtgegangenen Testgeräten berichteten. In der Zwischenzeit soll unter anderem das Falt-Gelenk verstärkt worden sein.

„Wir haben große technische Herausforderungen gemeistert, um das Galaxy Fold 5G zu entwickeln", sagte Samsungs Mobil-Chef DJ Koh. „Jetzt freuen wir uns, das Premium-Smartphone auf den Markt zu bringen."

Im geschlossenen Zustand ist das Mate X ein nur 11 Millimeter dickes Smartphone mit einem 6,6 Zoll großem Display. Ausgeklappt kann der Bildschirm zwei Apps parallel anzeigen.
Im geschlossenen Zustand ist das Mate X ein nur 11 Millimeter dickes Smartphone mit einem 6,6 Zoll großem Display. Ausgeklappt kann der Bildschirm zwei Apps parallel anzeigen.
- AFP

Auf der IFA dürfte auch Huawei sein auffaltbares Modell Mate X dabei haben, ein Marktstart wurde zuletzt für den Hebst in Aussicht gestellt. Der chinesische Hersteller hat derzeit ohnehin heftige Probleme durch den Handelskonflikt mit den USA. Folge ist etwa, dass das Unternehmen für seine neuen Smartphones nicht mehr Googles Betriebssystem Android nutzen darf. Für Freitag hat Huawei eine Keynote auf der IFA angekündigt, die per Livestream übertragen wird.

Amazon setzt stärker auf TV-Bedienung per Sprache

Amazon macht den nächsten Schritt im Kampf der Tech-Schwergewichte um die Schlüsselrolle auf dem heimischen Fernseher und will in mehr Fällen die TV-Fernbedienung durch Sprachbefehle ablösen. Am Rande der Technik-Messe IFA in Berlin wurde ein erstes TV-Gerät der Marke Grundig vorgestellt, bei dem die Mikrofone für Amazons Sprachassistentin Alexa direkt integriert sind.

Von Amazon selbst gibt es die Streaming-Box Fire TV Cube mit eingebauten Mikrofonen. Sie kommt im Oktober in Deutschland auf den Markt. „Wir glauben, dass der Stimme die Zukunft im Wohnzimmer gehört", sagte der zuständige Amazon-Manager Marc Whitten.

Zugleich schränkte er ein, dass Amazon die Fernbedienung nicht komplett abschaffen wolle — in einigen Situationen werde sie die bessere Lösung sein. Man könne zwar auch durch Menüs oder Listen mit Kommandos wie „Alexa, weiter nach rechts" kommen — „aber in dieser Situation würde ich empfehlen, nach der Fernbedienung zu greifen".

Die deutsche Traditionsmarke Grundig, die dem türkischen Arçelik-Konzern gehört, wurde zum weltweit ersten Anbieter eines Fernsehers mit eingebauten Alexa-Mikrofonen. Bei Grundig habe man sich zwar auch mit der Frage auseinandergesetzt, ob eine Marke schneller austauschbarer wird, wenn die Bedienung eines Fernsehers an Alexa und Amazon abgetreten wird, sagte der zuständige Manager Mario Vogl. „Aber die Geschwindigkeit, die wir uns mit einem globalen digitalen Player holen, war für uns entscheidend." Diese Abwägung könne zwar bei einzelnen Firmen unterschiedlich ausfallen. „Aber ich denke, viele mittelgroße Hersteller, wie wir einer sind, haben die Frage so beantwortet."

Grundig setzte die unverbindliche Preisempfehlung für den Alexa-Fernseher mit OLED-Display bei rund 1300 Euro an — und für 100 Euro weniger gibt es eine Version ohne die eingebauten Mikrofone. Zugleich hat die Marke auch diverse Hausgeräte im Angebot, in denen Alexa ebenfalls zum Einsatz kommen könnte.

Ein weiterer neuer TV-Partner in Deutschland ist Media Saturn — als Betreiber der Elektronik-Märkte Media-Markt und Saturn eigentlich ein erbitterter Wettbewerber des Amazon-Konzerns. Die Media-Saturn-Eigenmarke ok. wird aber Anfang kommenden Jahres einen Fernseher mit integrierter Fire-TV-Plattform auf den Markt bringen. Die Kunden fragten danach, sagte Eigenmarken-Chef Karsten Sommer.

Amazon hat neue Gerätekategorie etabliert

Amazon hat mit der Kombination aus seinen vernetzten Echo-Lautsprechern und Alexa eine neue Gerätekategorie etabliert. Inzwischen sind unter anderem auch Google mit seinem Assistant und Apple mit Siri auf Aufholjagd. Bei den meisten Fire-TV-Geräten kann Alexa bisher meist über ein Mikrofon auf der Amazon-Fernbedienung ausgelöst werden. Ein großer Konkurrent ist Apple. Der iPhone-Konzern hat schon seit mehr als zehn Jahren die Streaming-Box Apple TV im Angebot und bringt inzwischen seine Inhalte-Plattform auch in TV-Geräte mehrerer großer Hersteller.

Amazon habe kein Problem damit, wenn die Fire-TV-Funktionalität in in Fernsehgeräte wandert und der Konzern damit weniger eigene Streaming-Boxen und -Sticks verkauft, sagte Whitten. „Ich betrachte Fire TV inzwischen mehr als einen Service." Bedienung per Sprache sei zum Beispiel sinnvoll, damit man sich nicht mehr merken müsse, auf welchem Kanal ein Fernsehsender einprogrammiert wurde oder welche Staffel einer Serie bei welchem Streaming-Anbieter verfügbar ist. Fire TV wähle dabei immer die günstigste Option für den Kunden, auch wenn der Inhalt dann nicht von Amazons hauseigener Plattform komme, versicherte Whitten. (dpa, TT.com)

Die IFA findet am Berliner Messegelände statt.
Die IFA findet am Berliner Messegelände statt.
- AFP

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