Letztes Update am Fr, 06.09.2019 14:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rettungskette

„SOS-EU-Alp“: Neue App für schnelle Hilfe bei Alpinnotfällen

Die neue App „SOS-EU-Alp“ bestimmt den Standort des Hilfesuchenden und verbindet ihn mit der richtigen Leitstelle. Das System soll bei Unfällen in den Bergen schnelle Hilfe bringen.

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Innsbruck – Unterwegs in den Bergen – für viele Menschen ein faszinierendes Erlebnis. Doch die Alpen sind auch eine gefährliches „Freizeit-Terrain“, vor allem in den Sommermonaten sind die Bergretter immer häufiger gefordert. Oft ergibt sich dabei ein Problem: Die Menschen in Not wissen häufig nicht, wo sie genau sind – und welche Nummer sie überhaupt anrufen sollen, um Hilfe zu alarmieren.

Hier soll die neue App „SOS-EU-Alp“ Abhilfe schaffen: Ein Knopfdruck auf das rote Feld „Notruf melden“ genügt und der Notruf landet in der zuständigen Leitstelle. Die App sendet auch den genauen Standort des Hilfesuchenden, die Rettung kann schnell anlaufen, es wird keine Zeit für lange Rückfragen oder eine aufwendige Suche verschwendet.

Länderübergreifend entwickelt

Am Freitag stellte Tirols Landeshauptmann Günther Platter die neue App gemeinsam mit dem bayrischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU), Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) und dem Landesrat von Südtirol für Bevölkerungsschutz, Arnold Schuler, in Wörgl vor. Das System wird schon seit 2012 erfolgreich in Tirol eingesetzt, nun wird es auch länderübergreifend zum Einsatz kommen. Die App ersetzt die ehemalige „Notfall-App Tirol“ und funktioniert auf allen Android- und iOS-Geräten. Unter Federführung der Leitstelle Tirol wurde gemeinsam mit der Agentur für Bevölkerungsschutz in Südtirol seit 2018 die App so programmiert, dass die Mehrsprachigkeit, die Ausweitung auf die Leitstellen der Länder sowie die Datensicherheit gewährleistet sind.

Die Applikation wird von der EU-Alpenstrategie (EUSALP) unterstützt und entstand in Zusammenarbeit der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz des Landes Tirol, der Agentur für Bevölkerungsschutz der Autonomen Provinz Bozen in Südtirol und dem Katastrophenschutz des Bayerischen Innenministeriums des Innern, Sport und Integration.

Präsentierten die neun SOS-App: (v.li.) Der  bayerische Staatsminister  Joachim Herrmann, die bayerische Staatsministerin Michaela Kaniber, Landeshauptmann  Günther Platter und Landeshauptmannstellvertreter  Arnold Schuler aus Südtirol.
Präsentierten die neun SOS-App: (v.li.) Der bayerische Staatsminister Joachim Herrmann, die bayerische Staatsministerin Michaela Kaniber, Landeshauptmann Günther Platter und Landeshauptmannstellvertreter Arnold Schuler aus Südtirol.
- Land Tirol/Sax

Schnelle Hilfe

„SOS-EU-Alp“ kann kostenlos auf dem Smartphone installiert werden. Danach ist eine einmalige Anmeldung erforderlich. Das System soll vor allem bei Unfällen in den Bergen schnelle Hilfe bringen, steht aber – so Bernd Noggler von der Leitstelle Tirol in Innsbruck – für alle Notfälle zur Verfügung, egal, ob man die Bergwacht, den Rettungsdienst oder die Feuerwehr braucht. Übermittelt werden an die Leitstelle neben den GPS-Daten die mögliche Abweichung davon sowie GPS-Abrufzeitpunkt, Akkustand des Handys sowie Höhe- und Kontaktdaten. Die Daten werden via Internet (sofern verfügbar) oder SMS an die Leitstelle übermittelt. In Tirol wird umgehend danach eine Telefonverbindung zwischen dem Nutzer und der Leitstelle Tirol hergestellt.

Wer die App außerhalb von Bayern, Tirol oder Südtirol verwendet, landet mit seinem Notruf direkt bei der nächsten Integrierten Leitstelle, die man auch unter der 112 anrufen kann. Hier werden zwar keine Daten über den Standort des Anrufers weitergegeben, aber immerhin müssen Hilfesuchende nur einmal auf das Feld der App drücken und nicht die 112 eintippen – was in der Aufregung bei einer Notlage durchaus hilfreich sein kann. (TT.com)


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