Letztes Update am Do, 03.10.2019 12:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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iOS-Lücke: „Checkm8“ setzt Millionen iPhones schachmatt

Millionen iPhones sind von einer Sicherheitslücke betroffen, die sich nicht durch ein Update aus der Welt schaffen lässt. Panik ist dennoch nicht angebracht.

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Innsbruck — Herber Schlag für Apple: Elf iPhone-Generationen sind von einer gravierenden Sicherheitslücke betroffen. Ein neuer Jailbreak für iOS mit dem Namen „Checkm8" (ausgesprochen: „checkmate") setz die Geräte vom iPhone 4S bis zum iPhone X sprichwörtlich schachmatt.

Eine Lücke im Boot-ROM (ein Chip, der zum Starten notwendig ist) gibt Hackern Zugriff auf die Geräte. Für Apple ist das deswegen problematisch, weil der betroffene Chip nur gelesen und nicht beschrieben werden kann. Es gibt folglich keine Möglichkeit, die Lücke durch ein (Software-)Update zu schließen.

Was ist ein Jailbreak?

  • Apple verfolgt ein Geschäftsmodell, bei dem auf Geräten im Serienzustand nur Software aus dem firmeneigenen App-Store installiert werden kann. Durch ein Jailbreak (englisches Wort für "Gefängnisausbruch") wird diese Einschränkung entfernt.

Grund zur Panik haben iPhone-Nutzer jedoch prinzipiell nicht. Hacker benötigen für einen Angriff nämlich direkten physischen Zugriff auf ein iPhone. Außerdem müsste der Exploit bei jedem Neustart frisch angewendet werden, wie der hinter "Checkm8" steckende Hacker mit dem Pseudonym „axi0mX" im Gespräch mit dem Blog arstechnica.com beschreibt. Es handle sich um einen sogenannten „Tethered Jailbreak", der sich nur sehr eingeschränkt für die Installation von Schadsoftware eignet. Übrigens: Die zwei neueren Smartphone-Generationen sind nicht betroffen. (TT.com)