Letztes Update am Di, 08.10.2019 13:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Cyberkriminalität

Russische Hacker manipulieren Browser von Chrome und Firefox

Hacker konnten über eine Modifizierung der Browser Firefox und Chrome die Internetverbindungen von Nutzern ausspionieren.

(Symbolfoto)

© Getty Images/iStockphoto(Symbolfoto)



Wien — Die russische Hackergruppe Turla konnte durch einen Angriff auf Nutzer von Chrome und Firefox bei verschlüsselten Internetverbindungen mitlesen, berichtet die Internetplattform futurezone. Entdeckt habe dies der Sicherheitsspezialist Kaspersky.

Turla habe zunächst einen Remote-Trojaner mit dem Namen „Reductor" auf dem PC der Opfer installiert. Anschließend sei der Quellcode des Browsers angepasst worden, um damit Zugriff auf die Daten des TLS-Traffics zu erhalten. Zudem konnten sie Downloads wie Installationsprogramme, sekundenschnell durch eigene Dateien ersetzen.

TLS (Transport Layer Security) ist ein Protokoll zur Verschlüsselung von Datenübertragungen. Dabei identifizieren sich die Betreiber einer Website gegenüber dem Client mit einem Zertifikat, der dieses dann überprüft. Optional können beide Seiten einander verifizieren. Anschließend wird ein Schlüssel generiert, mit dem die Verbindung abgesichert wird. Den gesamten Vorgang nennt man TSL-Handshake. Offen bliebe, wofür Turla den hohen Aufwand betrieben habe. Der Trojaner hätte bereits eine umfangreiche Kontrolle möglich gemacht und ein zusätzliches Modifizieren der Browser wäre damit unnötig.

Um den Trojaner über Downloadseiten zu verteilen, müsste Turla Internetanbieter mit ihrer Malware infiziert haben, so Kaspersky. Turla wird mit der russischen Regierung in Verbindung gebracht und sei eine der größten und fähigsten Hackergruppen, die momentan aktiv sind. 2015 übernahmen sie beispielsweise einen Satelliten und versendeten darüber Malware. (TT.com)


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