Letztes Update am Do, 10.10.2019 09:13

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Web und Tech

Proteste in Hongkong: Apple entfernt nach Druck aus China Tracking-App

Wie sich herausgestellt hat, konnte die App in einer Art und Weise genutzt werden, die eine Gefahr für Sicherheitskräfte und Bewohner der Sonderwirtschaftszone darstellten. Sicherheitskräfte konnten damit genau getrackt werden.

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Hongkong — Nach scharfer Kritik aus China hat Apple eine App aus seinem Angebot entfernt, die Demonstranten in Hongkong bei ihren Protesten die Standorte der Polizeieinheiten anzeigte. Die Macher von „hkmap.live" teilten am Donnerstag auf Twitter mit, dass Apple das Programm aus dem App-Store gelöscht habe. Demnach begründete der Konzern seine Entscheidung damit, dass die mobile Verkehrsanwendung die Strafverfolgung behindert und Bewohner Hongkongs gefährdet habe.

Zuvor hatte China dem iPhone-Konzern vorgeworfen, die Demonstranten in Hongkong zu unterstützen. Die App mache es Demonstranten leichter, sich an gewalttätigen Aktionen zu beteiligen, kritisierte am Mittwoch das Parteiorgan Volkszeitung. „Apples Zustimmung zu der App hilft natürlich den Randalierern. Was ist die tatsächliche Absicht?", schrieb das Blatt.

Bereits Programme für China gelöscht

Apple hat sich in der Vergangenheit mehrfach dem Druck Pekings gebeugt. So löschte es vor zwei Jahren zahlreiche so genannte VPN-Programme aus seinem chinesischen App-Store, mit denen die strengen Internet-Sperren des Landes umgangen werden konnte. Davor hatte Apple auf Wunsch Pekings die Nachrichten-App der New York Times aus seinem Angebot in China gelöschte. Für den US-Konzern ist die Volksrepublik nach den USA der wichtigste Markt.

Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong nach dem Grundsatz „ein Land, zwei Systeme" autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber — anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik — mehr Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten. Seit fünf Monaten demonstrieren sie gegen ihre Regierung und den wachsenden Einfluss der kommunistischen Führung in Peking. (dpa)


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