Letztes Update am So, 20.10.2019 13:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Japan

Reflexion in Pupillen auf Selfie führte Stalker zu Wohnung von Popstar

Über Bilder und Videos in sozialen Medien fand ein japanischer Stalker den Wohnort seiner „Angebeteten“ heraus. Er lauerte der Frau auf, belästigte und verletzte sie.

(Symbolfoto)

© iStockphoto(Symbolfoto)



Tokyo — Über einen aufsehenderregenden Fall von Stalking berichtete der japanische Sender NHK kürzlich. Demnach soll es ein Mann geschafft haben, den Wohnort einer 20-jährigen Frau über ihre Fotos in sozialen Medien ausfindig zu machen. Er soll der Frau daraufhin aufgelauert, sie verfolgt und sexuell belästigt haben.

Laut NHK sah sich der Verdächtige Fotos der Frau — es soll sich um einen japanischen Popstar handeln — im Internet genau an. Auf einem Bild erkannte er in der Lichtreflexion der Pupillen einen Bahnhof. Mithilfe von Google Street View konnte er den Bahnhof ausfindig machen. Wie die Onlineplattform The Verge berichtet, lauerte er der Frau dort auf und verfolgte sie zu ihrer Wohnung, wo er sie bedrängte und verletzte.

26-Jähriger Mitte September festgenommen

Der 26-Jährige soll bereits zuvor die Fotos und Videos seiner „Angebeteten" genau studiert haben und dürfte schon gewusst haben, wie das Licht in ihrer Wohnung fällt und wie die Vorhänge aussehen. Die Polizei äußerte sich bisher nicht näher zu den Vorwürfen gegen den Mann. Bestätigt wurde nur, dass er Mitte September festgenommen wurde.

Experten warnen jedenfalls davor, auf Bildern im Internet private Informationen wie etwa Details zum Wohnort preiszugeben. Besondere Vorsicht ist beim sogenannten „Geotagging" geboten, das in vielen Apps standardmäßig aktiviert ist. Dabei werden Koordinaten als Metadaten in der Bilddatei gespeichert. Wer die Fotos runterlädt, hat Zugriff auf diese Daten. Die meisten sozialen Netzwerke (Facebook, Instagram, Twitter, WhatsApp, Craigslist und mehr) entfernen diese Informationen jedoch aus hochgeladenen Fotos. (TT.com/reh)

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