Letztes Update am Mo, 04.11.2019 15:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Der Hass ist zurück: „8chan“ unter neuem Namen wieder online

Sie wurde als „Jauchegrube des Hasses“ beschimpft und ging im August offline: Nun ist die für ihre menschenverachtenden Wortmeldungen bekannte Seite „8chan“ zurück — lediglich der Name hat sich geändert.

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Innsbruck — Die weltweit umstrittene und besonders bei rechtsextremen Nutzern beliebte Online-Plattform „8chan" ist unter neuem Namen zurück. Sie heißt nun „8kun" und lässt sich seit Samstag wieder im Netz aufrufen (Anm.: Über Google war und ist sie nicht auffindbar).

Neu ist, dass die User jetzt vor einer missbräuchlichen Nutzung gewarnt werden. Gemeint ist damit, dass alle, die gegen die „Gesetze der Vereinigten Staaten" verstoßen, gesperrt werden. Dass das den Hass auf der Plattform eindämmt, ist höchst fraglich. Die vorherige Version der Seite war nämlich ein El Dorado für Verschwörungstheoretiker, Pädophile, Frauenhasser und Rechtsextremisten. „8chan" diente diesen Gruppen ursprünglich als alternative Austauschplattform zu „4chan", das 2013 online ging, aber „schwierige" und kontroverse Themen löschte.

Nach Terrorakten offline

Die Plattform wurde im August offline genommen, nachdem ein Amokläufer in El Paso 22 Menschen vor einem Einkaufszentrum getötet hatte. Ein Manifest des Täters war auf „8chan" gelandet und zigfach weiterverbreitet worden. Es war nicht der erste Terrorakt, der mit der Seite in Verbindung gebracht wurde.

Vor dem Anschlag in Christchurch in Neuseeland mit 51 Toten wurde der Link zum Livestream der Tat gepostet, auch in diesem Fall tauchte das Manifest des Täters auf der Seite auf. Es enthielt unter anderem den Slogan „Embrace Infamy" — er befand sich auf der „8chan"-Startseite. Ins Aus geschickt wurde die Seite dann vom IT-Dienstleister CloudFlare, der die Plattform als „Jauchegrube des Hasses" bezeichnete und den Vertrag kündigte.

Am Samstag gelang es erstmals, die neue Seite „8kun" online zu stellen. „Alte" Inhalte sollen transferiert werden, noch fehlen angeblich 25 Boards. Darunter auch jene, auf denen die Terror-Manifeste online gestellt wurden. (TT.com/reh)