Letztes Update am Mo, 02.12.2019 12:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nationalsozialismus

Empörung auf Twitter: Amazon verkaufte KZ-Weihnachtsschmuck

Der Onlineriese Amazon hat Weihnachtsschmuck verkauft, auf dem Bilder aus dem Konzentrationslager Auschwitz zu sehen sind. Nach Kritik im Netz wurden die Artikel entfernt.

Christbaumschmuck mit KZ-Mustern fanden sich auf Amazon. Mittlerweile wurden die makaberen Deko-Artikel entfernt.

© twitter.com/AuschwitzMuseumChristbaumschmuck mit KZ-Mustern fanden sich auf Amazon. Mittlerweile wurden die makaberen Deko-Artikel entfernt.



Auschwitz, Rohrbach-Berg — Versandriese Amazon hat den Ärger der Netzgemeinde auf sich gezogen. Grund ist Weihnachtsschmuck mit KZ-Bildern, der auf der Handelsplattform verkauft wurde.

Das Museum Auschwitz-Birkenau postete auf Twitter Bilder von den Ornamenten in Form von Glocken und Schneeflocken und nannte sie „verstörend und respektlos".

„Bei solchen Produkten geht es weniger um den Verkauf, als darum, Aufregung zu erzeugen. Es könnte auch ein politisches Motiv dahinterstecken. Denn leider gibt es durchaus Zielgruppen, die sich davon angesprochen fühlen. Normalerweise sind entsprechende Symbole aber versteckt und nicht so offen zu sehen. Im traditionellen Marketing würde man von Guerilla-Marketing sprechen. Hier müsste es wohl eher Terror-Marketing heißen", erklärt Markenstratege Michael Brandtner im Gespräch mit pressetext.

Amazon entfernte Artikel

Amazon hatte den Weihnachtsschmuck aus seinem Sortiment entfernt, als das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau weitere Produkte von einem anderen Drittanbieter entdeckte, die Auschwitz darstellen, darunter ein Mousepad. „Leider ist es noch nicht vorbei", postete das Museum. Auch diese Produkte wurden von Amazon mittlerweile von der Plattform entfernt.

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Laut Amazon verstoßen diese Produkte gegen die Richtlinien der Seite, bei Verstößen kann das zur Löschung von Nutzerkonten führen. Das Museum Auschwitz-Birkenau hat bereits in der Vergangenheit mehrere Produkte im Internet gefunden, die Auschwitz und ähnliche Bilder von NS-Gräueln darstellen. Oft handelt es sich dabei um personalisierte Produkte, bei denen die Betreiber der Plattformen die Inhalte nicht ausreichend überprüfen. (pte, TT.com)