Letztes Update am Mi, 10.09.2014 12:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Smartphone-Bezahldienst

VeroPay: Apple Pay könnte Folgen für Datenschutz haben

Christian Pirkner, Miteigentümer des in Tirol entwickelten Bezahldienstes VeroPay, sieht Apples neues System nicht nur negativ. Ein Erfolg könnte allerdings große Auswirkungen auf den Schutz der Privatsphäre haben, ist er überzeugt

Seit Oktober gibt es "Apple Pay" in den USA.

© EPASeit Oktober gibt es "Apple Pay" in den USA.



Innsbruck - Apples Ankündigung eines eigenen Smartphone-Bezahldienstes ruft in der ganzen Welt Reaktionen hervor. Auch in Tirol sind Unternehmen betroffen, so etwa die Secure Payment Technologies GmbH, die für die in Tirol entwickelte Lösung VeroPay Blue Code verantwortlich zeichnet.

Christian Pirkner, Miteigentümer des Unternehmens, sieht die neue Konkurrenz aber nicht als Problem: „Die von Apple vorgestellte Lösung bringt Bewegung in die Welt des bargeldlosen Bezahlens, ich sehe das sehr positiv. Apple weiß das Kundenerlebnis zu perfektionieren und seine eigenen Lösungen griffig zu vermarkten. Das iPhone 6 ist ein wichtiger Treiber für das Thema Mobile Payment und wird den Markt nachhaltig verändern. Banken haben dadurch nicht mehr die alleinige Kontrolle über den Zahlungsverkehr.“

Ideal für den Handel sei Apple Pay aber nicht, ist Pirkner überzeugt: „Im Vergleich zu anderen mobilen Zahlungsmethoden gibt es Nachteile: Apple setzt mit der Kreditkarte die teuerste Zahlungsmethode für den Handel ein. Damit verbunden sind relativ komplexe Kundenreklamationsrechte sowie vergleichsweise viele Betrugsfälle“, erklärt der Unternehmer. „Zusätzliche Kosten entstehen dem Handel durch neu anzuschaffende NFC Zahlungsterminals, während einige Vorteile des Mobile Payments, etwa Loyalitätsprogramme oder Promotionen, nicht genutzt werden können.

Problematisch könnte laut Pirkner ein Erfolg von Apple für die europäischen Nutzer werden. „Ist das Konzept von Apple erfolgreich, kann es leicht passieren, dass im elektronischen Zahlungsverkehr kein europäisches Unternehmen mehr eine zentrale Rolle spielt. Man muss sich das nur vorstellen, jede Transaktion wird dann von US-Firmen abgewickelt. Das hätte wiederum enorme Auswirkungen auf den europäischen Finanzmarkt, genauso wie auf den Schutz der Privatsphäre und der Datensicherheit.“

Der Kreditkarten-Konzern Mastercard macht indes Tempo bei der Einführung kontaktloser Lesegeräte, die für Smarpthone-Bezahldienste gebraucht werden. Bis 2020 sollen alle Kassenterminals in Europa, die Zahlungen mit Mastercard und Maestro akzeptieren, den NFC-Nahfunk unterstützen, kündigte das US-Unternehmen am Mittwoch an. (tt.com/dpa)