Letztes Update am Mi, 19.11.2014 16:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


YouTube-Video

Mitten in der Wildnis: Mann füttert Bär mit Chips und Brot

Spektakuläres Video: Der Leichtsinn dieses Mannes hat zum Glück kein gewaltätiges Ende genommen. Denn eigentlich ist mit hungrigen Bären in freier Wildbahn nicht zu spaßen. Mensch und Bär eint seit Jahrtausenden ein zwiespältiges Verhältnis.



Lebensmüde oder tierlieb? Der Mann in diesem Video hat die Natur offenbar mit einem Streichelzoo verwechselt. Mitten auf einer Wiese steht dem Herrn nämlich plötzlich Meister Petz gegenüber. Aber anstatt sich vor dem Bär in Sicherheit zu bringen, zückt er Chips und Brot, um ihn anzulocken. Diese Schmankerl lässt sich der hungrige Vierbeiner natürlich nicht entgehen und frisst dem Mann aus seinen bloßen Händen. Eigentlich gilt solch ein Verhalten als extrem gefährlich, denn nicht selten greifen Bären Menschen an, was oftmals auch ein tödliches Ende nimmt.

Vom gejagten Raubtier zum kuschligen Freund

Mensch und Bär - diese Beziehung währt seit Jahrtausenden. Der flauschige Vierbeiner wird gleichermaßen verehrt und gefürchtet, ist aus der Kulturgeschichte der Menschheit nicht wegzudenken. Und während er als gefährliches Raubtier auf der ganzen Welt verfolgt und gejagt wird, schlüpft er im Alltag nur selten in die Rolle der Bestie. Der Bär ist das Gesicht vieler bekannter Marken und Produkte, ist eigentlich ein Sinnbild für Fröhlichkeit. Wir alle kennen sie: Winnie Puuh, Captain Blaubär, der etwas ungeschickte Riesenbär Samson aus der Sesamstraße und natürlich Balou der Bär, der im Disney-Klassiker „Das Dschungelbuch“ schon vor fast 50 Jahren für „Ruhe und Gemütlichkeit“ plädierte. Sie alle sind uns als liebenswert, fürsorglich, tollpatschig und schlau in Erinnerung. Seit nunmehr 92 Jahren versüßen und Haribos Goldbären den Tag. Auch aus vielen Kinderzimmern ist der kuschlige „Teddybär“ nicht wegzudenken, verkörpert die Rolle des Beschützers und Trösters.

In der realen Welt, vor allem in der freien Wildbahn, hat der Bär allerdings ein anderes, viel gefährlicheres Image inne. Der Mensch ist im Laufe der Jahre zum größten Feind des Bären mutiert, zerstört Lebensräume und treibt die Tiere immer weiter zurück. Noch bis vor 1000 Jahren waren Bären in Europa überall zu finden. Aber durch die Expansion des Menschen, und der großflächigen Vernichtung der Wälder wurde der Lebensraum für die gewichtigten Vierbeiner immer kleiner. Nur noch kleinere Gruppen sind in einzelnen Ländern angesiedelt.

Im Jahr 2006 bezahlte Braunbär „JJ1“ einen Ausflug in die bayerischen Alpen mit dem Leben. Der Bär im Video hatte mehr Glück und durfte auch die friedliche Seite des Menschen kennenlernen - und umgekehrt. Bären werden auf diese Weise an den Menschen gewöhnt, doch in der Wildnis sind sie weder Streichel- noch Kuscheltier. (tst)

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