Letztes Update am So, 14.07.2013 17:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kinigadner im Interview

„Honda hat uns den Krieg erklärt“

KTM-Sportmanager Heinz Kinigadner spricht im Vorfeld des MotoGP-Rennens am Sachsenring über den möglichen Honda-Ausstieg, die Sehnsucht nach der Moto2 und die Einstandsfeier bei Kimi Räikkönen.



Innsbruck – Die MotoGP gastiert am kommenden Wochen­ende am Sachsenring. In der Moto3 wird mit einem weiteren KTM-Festspiel rund um den WM-Führenden Luis Salom gerechnet. Diesmal nicht dabei: KTM-Sportmanager Heinz Kinigadner. Der wird zur selben Zeit bei Formel-1-Star Kimi Räikkönen in Finnland weilen. Das Motocross-Team des Iceman arbeitet mittlerweile mit dem österreichischen Hersteller zusammen.

Herr Kinigadner, wenn Sie die Worte Moto2-Einstieg und KTM hören – was antworten Sie dann?

Heinz Kinigadner: Dann sag­e ich, dass es wahr werden könnte. Allerdings nicht unter dem aktuellen Reglement. Die Moto2-Klasse ist von Honda-Einheitsmotoren geprägt. Außerdem hat man uns gesagt, dass man mit diesem Istzustand zufrieden sei. Natürlich wären wir interessiert, eine Klasse höher zu fahren. Die Moto2 würde auch vom Image her gut zu uns passe­n und das Abenteuer wäre es wert. Außerdem ist es die billigst­e Klasse.

Haben Sie bereits angefragt, ob sich in naher Zukunft etwas am Reglement ändern wird?

Kinigadner: Wir haben es an der richtigen Stelle deponiert und es wurde uns das Jahr 2016 in Aussicht gestellt.

Die Moto3-Serie dominieren Ihre Piloten nach Beliebe­n.

Kinigadner: Das macht natürlich sehr viel Spaß. Und auch die Fahrer kommen immer wieder zu uns und bedanken sich für die Chancengleichheit, die sie durch das gleiche Material bekommen.

Konkurrent und Krösus Honda hat dabei das Nachsehen. Eine zusätzliche Motivation für Sie?

Kinigadner: Honda hat uns den Krieg auf den Straßen erklärt. Das ist natürlich ein­e Ehre, wenn uns der größte Hersteller das sagt. Trotzdem sind wir überrascht, weil sich Honda aus der Moto3-Klasse zurückziehen will. Wenn wir ein Jahr zurückblicken, dann erinnere ich mich noch daran, wie wir in den ersten beiden Rennen der Saison 20 Sekunden Rückstand auf die Japaner hatten – und jetzt das.

Themenwechsel: In der höchsten Motorradklasse konnte Altmeister Valentin­o Rossi wieder einen Sieg hole­n. Trauen Sie ihm noch mehr zu?

Kinigadner: Ich hoffe, dass ich mich irre – aber ich befürchte nein. Sein Erfolg war immens wichtig und hat die gesamte Serie gefreut. Trotzdem fehlt ihm die jugendliche Konstanz. In meinen Augen wird er sich jetzt nicht zum WM-Mitfavoriten entwickeln.

Der Titel wird also unter den Jungen ausgemacht?

Kinigadner: Dani Pedrosa, Jorge Lorenzo – und aufgepasst auf Marc Márquez. Der Junge macht zwar noch Fehle­r, aber er wird seinen spanischen Kollegen noch viel Kopfzerbrechen bereiten.

Wird Heinz Kinigadner die Rennen am Sachsenring vor Ort mitverfolgen?

Kinigadner: Nein. Ich bin zum selben Zeitpunkt in Finnland bei Kimi Räikkönen eingeladen und wir müssen Einstand feiern.

Das klingt nach feucht­fröhlicher Feier.

Kinigadner (lacht): Kimi ist ja dafür bekannt, dass er fast gar nichts trinkt. Den Rückflug hab’ ich vorsichtshalber schon auf Montag verlegt. Siche­r ist sicher.

Das Gespräch führte Daniel Suckert




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