Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 03.06.2015


G7-Gipfel

G7-Gipfel drohte Bewerb im Zillertal zu kippen

Rund um das Schloss Elmau gilt am Wochenende eine Luftraumsperre mit einem 55-km-Radius. Die österreichischen Meisterschaften im Paragleiten hätten daher im Zillertal beinahe nicht stattfinden können.

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© Stephan Gruber



Von Angela Dähling

Mayrhofen – Der G 7-Gipfel am Wochenende nahe Garmisch zieht weite Kreise. Einer dieser Kreise hat einen Radius von 55 km und reicht bis ins Zillertal: Es ist die Luftraumsperre, die während der Tagung rund um das Schloss Elmau gezogen wird.

Ein Umstand, der den Gleitschirm- und Hängegleiterverein Golden Eagles in den letzten Tagen und Wochen viele Nerven kostete. Die Zillertaler tragen nämlich vom 4. bis 7. Juni die österreichische Meisterschaft im Paragleiten aus – mit Startplatz am Melchboden/Zillertaler Höhenstraße. Eben genau in dem Bereich, der noch in den 55-km-Radius fällt. „Wir hätten den Bewerb beinahe wegen der Luftraumsperre nicht durchführen können“, meint Obmann Leonhard Dornauer kopfschüttelnd. Sogar die Polizei wurde deshalb bei ihm vorstellig. „Mir wurde gesagt, dass ich im Fall der Verletzung des Sperrgebietes schlimmstenfalls mit dem Einsatz eines Eurofighters zu rechnen habe und mir wegen der Kosten dafür eine Schadenersatzforderung drohen könnte“, erzählt Dornauer. Der Verein wandte sich hilfesuchend an die Austro Control, das Ministerium für Verkehr und Luftfahrt und an das Militär. Mit Erfolg: Es konnte eine Ausnahmegenehmigung für den Bewerb erwirkt werden.

Ab morgen werden daher bei besten Wetterbedingungen 120 Gleitschirmpiloten vom Zillertal aus bis ins Pinzgau fliegen und um den österreichischen Sieg kämpfen. Weil gleichzeitig Weltranglistenpunkte zu ergattern sind, ist die internationale Beteiligung hoch. „Es starten acht Nationen, darunter auch Brasilien, Frankreich, Polen und Italien“, informiert Dornauer.

Nicht zuletzt aufgrund der guten Wetterprognose hätten laut ihm noch mehr als 120 Gleitschirmpiloten am Bewerb teilnehmen wollen. „Aus organisatorischen und Sicherheitsaspekten haben wir die Teilnehmerzahl aber limitiert“, erklärt Leonhard Dornauer. Zu den Lokalmatadoren zählen der Hainzenberger Stephan Gruber und der Mayrhofner Tom Walder. Gruber ist auch Paragleit-Chef des Vereins und wird am 5. Juli als einer von 33 auserwählten Piloten beim Redbull X-Alps starten – einer der härtesten Wettkämpfe der Welt, bei dem per Gleitschirm 1038 km quer über die Alpen bis nach Monaco zu bewältigen sind. Tom Walder sorgte im Vorjahr mit einem Weltrekord für Furore – er flog mit seinem Paragleiter in zehn Stunden 326 km am Stück.

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Die Teilnehmer an der österreichischen Meisterschaft erhalten beim Bewerb jeden Morgen eine auf das Wetter abgestimmte Flugroute, die bei schönem Wetter auch 120 km lang sein kann und den Landeplatz Bruggerstube in Mayrhofen als Ziel hat. „Wer nicht genug Aufwind hat und vorher landen muss, den sammeln wir ein“, erzählt Dornauer. Wer die Strecken am Ende am schnellsten absolviert hat, gewinnt. Gestartet wird jeweils gegen Mittag, ab 15 Uhr ist mit den Landeflügen zu rechnen.