Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 26.11.2015


Innsbruck

850 Sillgassen-Schüler müssen ab 2017 übersiedeln

Der Wettbewerbssieger für den 22-Mio.-Euro-Neubau des Innsbrucker Gymnasiums steht fest. Kommt ein Containerdorf als Ausweichquartier?

So soll sich das neue Sillgassen-Gymnasium ab 2019 präsentieren.

© SOLID architecture ZT GmbHSo soll sich das neue Sillgassen-Gymnasium ab 2019 präsentieren.



Innsbruck – Koffer packen wird es ab Sommer 2017 wohl für die rund 850 Schülerinnen und Schüler des Bundesgymnasiums/Bundesrealgymnasiums Sillgasse in Innsbruck heißen. Zu diesem Zeitpunkt sollen nämlich die Abbrucharbeiten des in die Jahre gekommenen Schulgebäudes starten. So denkt es zumindest die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) an, sofern alle weiteren Planungen, Ausschreibungen und Genehmigungen zum Schulneubau weiter plangemäß laufen. Längst ist das innerstädtische Gymnasium, in welchem derzeit etwa 100 Lehrer in 34 Klassen unterrichten, an seine räumlichen Grenzen gestoßen. Mit einer bloßen Sanierung wäre man den neuen Anforderungen nicht mehr gerecht geworden. So entschloss man sich zum Neubau.

Vor Kurzem wurde nun der hierfür ausgelobte EU-weite Architekturwettbewerb entschieden. Wie die BIG gestern in einer Aussendung mitteilte, kürte die Jury aus 81 Beiträgen den Entwurf von SOLID­ architecture aus Wien zum Sieger. Das Jury-Votum fiel allerdings nicht einstimmig aus, wie Innsbrucks Planungsstadtrat Gerhard Fritz (Grüne) bestätigt. Weil es eben einige Entwürfe gegeben habe, welche die doch schwierige Aufgabe, das ambitionierte Raumprogramm auf dieser begrenzten Fläche unterzubringen, „bravourös“ gemeistert hätten, so Fritz. Die Siegerpläne sehen einen Totalabbruch vor. Auf gut 9550 Quadratmetern sollen auf zwei unter- und fünf oberirdischen Geschoßen unter anderem ein Mehrzweck- und Begegnungssaal, die Nachmittagsbetreuung, ein Speisesaal, Sonderunterrichtsräume, zwei Turnsäle, Zentralgarderobe und Haustechnik untergebracht werden. „Die BIG investiert im Auftrag des Bildungsministeriums rund 22 Millionen Euro, sagt BIG-GF Wolfgang Gleissner.

Für die zweijährige Bauzeit wird noch an Ausweich­quartieren gebastelt. Eine Containerlösung sei ein Ansatz, bestätigt BIG-Presse­sprecher Ernst Eichinger auf TT-Nachfrage: „Es ist aber noch alles offen.“

Das bestehende Container­dorf der BIG im Westen der Stadt scheidet hierfür aber aus, weiß Fritz. Nicht, weil es derzeit zum Erstaufnahmezentrum für Flüchtlinge umfunktioniert wurde, sondern weil die dortige Bewilligung für eine „bauliche Anlage vorübergehenden Bestandes“ mit Sommer 2016 endgültig auslaufe. Eine Verlängerung sei gesetzlich nicht mehr möglich, auch der Weg über eine Umwidmung nicht gangbar. Der Bund verfüge aber über weiter­e Flächen im Umkreis. Die Container dienten auch lange der HAK als Unterschlupf. (TT, mami)