Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.12.2015


Osttirol

Mit Asylwerbern zieht heute Leben ins Leisacher Widum

Die erwarteten Neuankömmlinge stammen aus Syrien und dem Irak. Gespräche über weitere Unterkunftsmöglichkeiten in Osttirol laufen.

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© Blassnig



Von Claudia Funder

Leisach, Lienz – Acht Jahre stand das Widum in Leisach – bis auf ein kleines Pfarrbüro im Erdgeschoß – leer. Bereits heute wird in den Bau neue Lebendigkeit einkehren. Acht Asylwerber finden hier ein Zuhause. Da das Widum in eineinhalb Jahren eventuell dem angepeilten Neubau des Gemeindezentrums weichen könnte, handelt es sich vorerst um eine Lösung auf Zeit.

Georg Mackner, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Tiroler Soziale Dienste GmbH, bestätigt auf Nachfrage der TT, dass die Neuankömmlinge heute in Leis­ach eintreffen sollen. „Ihre Herkunft bezieht sich auf den arabischen Raum – Syrien und Irak. Gegenwärtig befinden sich die Menschen sowohl in Bundesbetreuung als auch in Heimen in Lienz und Prägraten“, so Mackner gestern.

In Leisach hatte ein Pfarrgemeinde- und Gemeinderat die Verwendung des Widums als Asylwerberunterkunft angeregt. Der Bau wurde auf Tauglichkeit geprüft. Viele krempelten für Umbau und Sanierung die Ärmel auf.

Mitte Oktober wurde die Bevölkerung bei einem Infoabend, zu dem die Tiroler Soziale Dienste GmbH und die Pfarrgemeinde geladen hatten, umfangreich aufgeklärt.

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Die Leisacher konnten sich am ersten Adventsonntag aber auch im Rahmen eines Tages der offenen Tür ein Bild von den neu gestalteten Räumlichkeiten machen.

Asylwerber auch in kleinen Gemeinden wie Leisach unterzubringen, berge durchaus Vorteile, weiß Mackner, der von einem „Mehrwert“ spricht. „Kleine Strukturen sind überschaubar und bieten fast immer eine gute Wohnqualität.“ Die Integration funktioniere meist gut. „Das Ehrenamt ist sehr zielgerichtet“, betont Mackner.

In Osttirol ist das Gros der Asylwerber in Lienz untergebracht, nämlich 190 von 269. „Die Stadt ist ein ideales Beispiel, was Integrations- und Kooperationsbereitschaft betrifft“, findet der Pressesprecher der Tiroler Soziale Dienste GmbH lobende Worte.

An der Unterbringung zusätzlicher Asylwerber im Bezirk arbeite man. „Derzeit laufen Gespräche mit einigen Gemeinden, um weitere Heime zu realisieren“, erklärt Mackner, der ergänzt: „Wir setzen stets auf den Dialog.“