Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.12.2015


Imst

Bergrettung Imst: Ausrüstung und Nachwuchs fehlen

Manfred Prantl steht in den nächsten drei Jahren den Bergrettern des Bezirks Imst vor.

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© Ploder



Sautens – Die Jahreshauptversammlung der Bergrettung des Bezirks Imst stand wie in den Jahren zuvor im Zeichen klarer Worte. Ungeschminkte Realität prallte auf tiefe Emotionen, das Selbstverständnis als Bergretter auf die Wirkungen der zu geringen Akzeptanz in der Bevölkerung. Einzelne Gemeinden stellen ihrer Bergrettungs-Ortsstelle ausreichend große und zweckmäßige Räume bereit und erleichtern größere Investitionen durch großzügige Zuschüsse. Derzeit verfügen noch immer nicht alle Ortsstellen im Bezirk über ein dringend notwendiges Einsatzfahrzeug.

Die Anwesenheit der Repräsentanten von 13 der 14 Ortsstellen unterstrich den Wert der Bezirksversammlung. In diesem Jahr standen der zunehmende Nachwuchsmangel und der stetig wachsende Zeitaufwand für Zusatzschulungen zur Diskussion. Festgelegt wurde, dass nicht jeder Bergretter alle Spezialschulungen absolvieren muss. In jeder Ortsstelle ist die Einsatzsicherheit allerdings durch Experten bzw. durch die Nachalarmierung anderer Ortsstellen abzusichern.

Kurz und knackig verlief die Wahl des Bezirksleiters: In den kommenden drei Jahren führt Manfred Prantl die Geschicke der Bergrettung im Bezirk, der bisherige Bezirksleiter Raimund Gritsch bleibt als Stellvertreter erhalten. Für den reibungslosen Ablauf der administrativen Aufgaben wäre die Anstellung einer teilzeitbeschäftigten Verwaltungskraft nötig.

Im abgelaufenen Berichtsjahr absolvierte die Bergrettung im Bezirk mit 162 um vier Einsätze mehr als ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden dabei von 1052 Rettern 2430 Einsatzstunden, also durchschnittlich 15 je Einsatz, geleistet. Obwohl die Bergrettung ehrenamtlich arbeitet, entstanden Gesamtkosten von 94.984 Euro oder durchschnittlich 586,33 je Einsatz. Verirren (33), Sturz (29) und Absturz (10) erwiesen sich einmal mehr als häufigste Unfallursachen. Unter den Sportarten führt das Wandern mit 50 Fällen die Statistik an, Schneesport auf Pisten (16) und Klettern (15) folgen mit großem Abstand. Von den 91 männlichen und 48 weiblichen Unfallopfern stammten 96 aus dem Ausland, wobei Deutschland mit 63 Personen vor Holland (13) die „Nationenwertung“ anführt.

Statistiken, auf die die Bergrettung zu Recht stolz sein darf. Sorgen bereitet manchen Ortsstellen hingegen der bereits spürbare Nachwuchsmangel. Die Veränderungen der Berufswelt und der Freizeitgewohnheiten, aber auch die abnehmende körperliche Eignung zählen zu den Hauptgründen. (tp)


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