Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 13.12.2015


Tirol

Weil sogar Mamas ausfallen

Die Frauen, die an Brustkrebs erkranken, werden immer jünger. Unterstützung für betroffene Mütter will der neugegründete Verein „Rosarote Zeiten“ bieten.

Gemeinsam schwere Zeiten zu bewältigen, schweißt Mütter und Kinder zusammen. (Symbolfoto)

© iStockGemeinsam schwere Zeiten zu bewältigen, schweißt Mütter und Kinder zusammen. (Symbolfoto)



Von Alexandra Plank

Innsbruck – Wenn Mütter krankheitsbedingt ausfallen, erschüttert das ein Familiensystem in den Grundfesten. Die Werbung hat sich das zunutz­e gemacht und redet den Frauen ein, dass sie nur dieses oder jenes Medikament nehmen müssen und schnell wieder als Familienmanagerinnen einsetzbar sind. Denn, so die Botschaft, Mütter haben keine Zeit, um krank zu sein, und Mütter sind sowieso durch nichts ersetzbar. Die Realität sieht völlig anders aus. Auch in Tirol gibt es immer mehr junge Frauen, die an Brustkrebs erkranken. Vor allem wenn Mütter in der Karenzzeit die Diagnos­e Krebs erhalten, ist ihre Leistung nur schwer zu ersetzen.

Die Völserin Inge Kaldarar ist selbst an Brustkrebs erkrankt, als ihre beiden Kinder noch klein waren. Schnell wurde sie mit den Lücken leistbarer Unterstützung konfrontiert. „Die Familienhelferinnnen sind eine sehr gute Einrichtung. Aber die Selbstbehalte sind relativ hoch. Es gibt Gemeinden, die mehr beitragen, ander­e weniger. Bei uns hätte sich der Selbstbehalt auf 11,16 Euro pro Stunde belaufen“, sagt sie.

Die Bewältigung einer Krebserkrankung ist kein Schnupfen. Kaldarar war ein Jahr lang nur beschränkt einsatzfähig, die Kosten für eine Helferin wären hoch gewesen. „Ich konnte mit den Kindern spielen, aber ich war sehr müde, und es war schwierig, mit ihnen alleine mitzuhalten“, so die zweifache Mutter. Es ärgert sie, dass sie Erziehungsnotstand anmelden hätte müssen, damit die Kosten für die Helferin zur Gänze übernommen worden wären. Das hätte bedeutet, dass sich die Jugendwohlfahrt eingeschaltet hätte.

Letztlich hat Kaldarar diese Zeit mithilfe eines engmaschigen Unterstützungsnetzes, bestehend aus Familie und Freunden, bewältigt. Künftig sollen es Betroffene einfacher haben, dafür will der neugegründete Verein „Rosarote Zeiten“ sorgen. „Rückblickend betrachtet, sehen wir die Brustkrebszeit in unserer Familie nicht mehr als schwarze Zeit. Für uns sind es ,rosarote Zeiten‘ geworden, die uns noch mehr zusammengeschweißt haben“, sagt die Völserin.

Mit dem Verkauf eigener Bilder hat sie den finanziellen Grundstein für den Verein gelegt. Nun hofft sie auf weitere Unterstützung. Wenn Sie helfen wollen: alle Infos unter www.rosarotezeiten.at.