Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 14.12.2015


Geschichten zum Advent

Facettenreiches Engagement aus Überzeugung

Einst selbst aus Somalia nach Österreich geflohen, engagiert sich Ahmed Mahamud heute in der Flüchtlingshilfe des Roten Kreuzes.

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© Rotes Kreuz



Innsbruck, Rum – Die jahrzehntelangen kriegerischen Konflikte in Somalia haben laut Angaben der „UN Refugee Agency“ rund 1,1 Millionen Menschen zur Flucht aus ihrem Heimatland gezwungen. Einer von ihnen ist der 26-jährige Ahmed Mahamud, der vor drei Jahren als somalischer Flüchtling nach Österreich gekommen ist. Nach den unglaublichen Strapazen der langwierigen Flucht und dem bangen Warten auf den Asylbescheid fühlt sich Ahmed nun endlich angekommen in seiner zweiten Heimat und möchte andere Menschen auf der Flucht, die noch ein Stück des Weges vor sich haben, unterstützen.

Über die Tätigkeit als Arabisch-Dolmetscher ist er zum Roten Kreuz Tirol gekommen und engagiert sich nun seit gut einem halben Jahr in der Familienzusammenführung und im Integrationsprojekt „wegepunkt“, das anerkannten Flüchtlingsfamilien die Wohnraumsuche erleichtert und sie im alltäglichen Leben begleitet. Ahmed ist schon ein wertvoller Bestandteil des Rot-Kreuz-Teams geworden; einerseits aufgrund seiner sprachlichen Fähigkeiten und seines Hintergrundwissens, andererseits aber auch durch sein fröhliches Gemüt und seine Zuverlässigkeit. Meist ist er einmal pro Woche bei Gesprächen mit Klienten, die ihre Familie im Rahmen der Familienzusammenführung auf sicherem und legalem Weg nach Österreich holen wollen, dabei. Außerdem erledigt er Telefondienste, packt bei Umzügen tatkräftig mit an und begleitet nervöse Erstklässler von Flüchtlingsfamilien zur Einschulung.

Für ihn ist es selbstverständlich, Menschen in Not zu unterstützen und vor Ort zu sein, wenn Hilfe gebraucht wird. „Als ich nach Österreich kam, wurde ich von vielen Menschen ermutigt. Diese schöne Erfahrung möchte ich auch an andere weitergeben und mit gutem Beispiel vorangehen“, meint Ahmed. (TT)