Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 28.12.2015


Landeck

Engagierte Denkmalpflege in Serfaus belohnt

Brigitte und Alfred Tschuggmall aus Serfaus durften Verdienstmedaille in Wien abholen.

© BundeskanzleramtFeier in Wien: Christoph Bazil, Bürgermeister Paul Greiter (Serfaus), Barbara Neubauer, Alfred und Brigitte Tschuggmall (beide Serfaus) sowie Tirols Denkmalpfleger Walter Hauser und Johannes Pöll (v. l.). Foto: Bundeskanzleramt



Serfaus, Wien – Eigentlich wollte er „nur“ sein Haus am Zienerbichl (Hügel von St. Zeno) in Serfaus bauen. Doch bei den Ausgrabungen stieß Chronist, Archivar und Heimatforscher Alfred Tschuggmall überraschend auf Mauerreste. Es war die mittelalterliche Burg der „Herren von Serfaus“. Schmuck, Glas, Waffen und sogar Bruchstücke nordafrikanischer Keramik wurden gefunden.

Tschuggmall änderte seine Baupläne und errichtete mit Gattin Brigitte einen Zubau zum Wohnhaus. Es ist das Refugium – ein kleines modernes Archäologie-Museum mit einer einzigartigen Sammlung. In dem öffentlich zugänglichen Museum können die alten Mauerreste ebenso besichtigt werden wie Fundstücke von der Bronzezeit bis zum Mittelalter.

Unter den Fundstücken können zwei bemerkenswerte Objekte bewundert werden – ein länglicher, glockenförmiger Becher mit Bodenspitze sowie ein breiter glockenförmiger Becher mit Arkadenverzierung. Beide datieren aus dem 5. bzw. 6. Jh. n. Christus. Es handelt sich um Trink- bzw. Sturzbecher, aus denen man „ex“ trinken musste, weil sie nicht stehen konnten. Nach dem Leeren mussten sie umgedreht abgestellt werden.

Begleitet von Bürgermeister Paul Greiter folgten Brigitte und Alfred Tschuggmall kürzlich einer Einladung von Bundesminister Josef Ostermayer. In der Wiener Hofburg, im Habsburger-Ahnensaal, würdigten Repräsentanten des Bundesdenkmalamtes die Leistungen und Verdienste des Ehepaares mit der Verleihung der Denkmalschutz-Medaille. (hwe)