Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.01.2016


Gesellschaft

Fließ gedenkt Pfarrer-Legende

Der Todestag des legendären Fließer Pfarrers Simon Alois Maaß jährt sich heuer zum 170. Mal. In Fließ erinnert man am 18. Jänner an sein Wirken.

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© Matthias Reichle



Von Matthias Reichle

Fließ – Über den „alten Fließer Pfarrer“ gibt es viele Anekdoten und Geschichten. Das 41-jährige Wirken von Simon Alois Maaß in der Gemeinde gilt als legendär – dort soll der Geistliche Dämonen ausgetrieben, Viehseuchen beendet und Räuber auf den rechten Weg gebracht haben. Er galt als fleißiger Beichtvater, der oft bis vier Uhr in der Früh im Beichtstuhl saß, und als Prediger, zu dem über 50.000 Menschen gepilgert sind. Bekannt wurde er aber für seine Prophezeiungen, wie die der Mure in Inzing im Jahr 1807. Dabei war der alte Pfarrer auch ein äußerst sozialer Mensch, verschenkte in einem Jahr 42, in einem anderen 48 Paar Schuhe. Bis man ihm für die einstmals reiche Pfarre einen Verwalter zur Seite stellte.

In Fließ wird der Gottesmann teils wie ein Heiliger verehrt. Am kommenden Montag jährt sich sein Todestag zum 170. Mal. Im Sterbebuch wurde am 18. Jänner 1846 notiert: „Heute starb der hochwürdige, hochgelehrte Herr Alois Maaß, der hier als Pfarrer durch 41 Jahre mit rastlosem Eifer den Seinigen und unzähligen anderen ein guter Hirte, wahrer Vater, Helfer und Tröster war, 88 Jahre alt, am Schlagfluß, mit der heiligen Ölung versehen.“

„Er war ein klassischer Priester des 19. Jahrhunderts – ein engagierter Seelsorger mit Bauernschläue und Hausverstand“, erinnert der Fließer Pfarrer Herbert Salzl an die historische Persönlichkeit. Salzl hatte sein Amt vor einem Jahr am so genannten Pfarrer-Maaß-Tag übernommen. Auch heuer erinnert man an den Jahrestag. In Fließ wird es dazu um 19 Uhr eine Andacht beim Grab in der Maaßkirche geben. Danach findet um 19.30 Uhr ein Gottesdienst in der Barbarakirche statt, der vom Kirchenchor umrahmt wird. Die Predigt hält der ehemalige Pfarrer von Fließ, Martin Riederer – selbst ein großer Verehrer von Maaß, den er immer als seinen „zuverlässigsten Kooperator und Fürsprecher bei Gott“ bezeichnete. „Der Pfarrer Maaß und ich – das ist eine besondere Freundschaft“, erklärt er. „Ich habe immer gesagt: Wenn der Pfarrer Maaß das wirklich will, dann wird es ... und wenn nicht, dann nützt unser Bemühen auch nichts.“

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