Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 07.03.2016


Kufstein

Thierseer Passion ohne Freiwillige nicht denkbar

Das Leben und Leiden Jesu Christi auf die Bühne zu bringen ist für den Verein vor allem finanziell eine große Herausforderung.

Obmann Johann Kröll begutachtete am Freitag die Umbauarbeiten am Orchestergraben.

© GMediaObmann Johann Kröll begutachtete am Freitag die Umbauarbeiten am Orchestergraben.



Thiersee – Schon seit mehr als 200 Jahren ist die Passion fester Bestandteil des Thierseer Dorflebens. Rund 250 Laiendarsteller nehmen dafür unzählige Proben in Kauf und stellen sich dann einen ganzen Sommer lang auf die Bühne, um das Leben und Leiden Jesu Christi spielerisch zu erzählen. Doch so ein Großprojekt ist nicht nur mit viel Probenarbeit verbunden, auch in organisatorischer und logistischer Hinsicht fallen viele Aufgaben an.

Aber auch der finanzielle Aufwand ist nicht zu unterschätzen: Für die Abwicklung der Passionsspiele, die von einem Verein, bestehend aus Freiwilligen, organisiert werden, ergeben sich daraus naturgemäß einige Schwierigkeiten, wie Obmann Hans Kröll erklärt: „Wir verfügen nicht über die gleichen finanziellen Ressourcen wie andere Kulturveranstaltungen. Doch dank Sponsoren und vieler engagierter Freiwilliger können wir dies wettmachen.“

Diese Unterstützer sind maßgeblich an der Aufrechterhaltung dieser alten Tradition beteiligt. Von der Erhaltung des Festspielhauses bis hin zu Marketing und Requisiten – all dies könnte allein mit den Einnahmen durch den Eintritt nicht gedeckt werden.

Obmann Hans Kröll freut sich über die finanzielle Hilfe aus dem eigenen Dorf: „Gerade in Unternehmern aus Thiersee, die teils aus beruflichen Gründen nicht selbst bei den Passionsspielen mitmachen können, haben wir sehr großzügige Unterstützer gefunden.“

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Und das wird dringend gebraucht: Im Vorfeld der Spielsaison 2016 hat man einige Bauprojekte, wie beispielsweise die Neugestaltung des Orchestergrabens, in Angriff genommen. Gerade im Zuge dieser Umbauarbeiten war man um jede helfende Hand froh, hatte man sich doch einiges vorgenommen. So herrschte dort, wo in wenigen Monaten die Passionsmusik und der Chor für die musikalische Gestaltung des Mysterienspiels sorgen werden, bis vor Kurzem noch eine Großbaustelle. Im Zuge der Bauarbeiten wurde der Orchestergraben nämlich vollkommen neu gestaltet und modernisiert. Die Technik wurde im Hinblick auf Anschlüsse und Beleuchtung auf den neuesten Stand gebracht. Nun ist es auch problemlos möglich, durch eine einfache, unkomplizierte Abdeckung des Orchestergrabens die Bühne bei Bedarf signifikant zu vergrößern.

Doch auch sonst wurden Umbauarbeiten vorgenommen: So hat man nach der neuen Bestuhlung im Vorfeld der Spielsaison 2011 nun in eine neue Heizungs- und Lüftungsanlage investiert. In Zukunft kann so die Temperatur angepasst werden, sodass sich die Besucher unabhängig von der Witterung ganz auf die Darbietung konzentrieren können.

All dies wäre allein aus den Ressourcen des Passionsspielvereins nicht finanzierbar gewesen. Erst durch Unterstützungen und Zuwendungen seitens der Diözese Salzburg, der Landesgedächtnisstiftung, der Gemeinde Thiersee und zahlreicher Sponsoren seien die Ausgaben stemmbar gewesen.

Doch nicht nur finanziell sei die Unterstützung groß gewesen, wie Obmann Hans Kröll betont: „Gerade beim Umbau hat jeder mitangepackt – der Großteil der Arbeit wurde dank Eigenleistungen der Passionsspielmitglieder erbracht und viel Material konnten wir über Sachspenden beziehen. Das hat uns auch sehr geholfen.“ (TT)