Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.05.2016


Gesellschaft

Karlift für zwei Jahre gesichert

„Zweite Mutter“ wird die Heiterwanger Jugend weiter umsorgen. Gemeinde, Skiclub und Steinbruchbetreiber einigten sich über Kostenaufteilung zur Weiterführung.

Christoph Kramer, Beate Reichl und Reinhard Schretter bei der Vertragsunterzeichnung.

© Skiclub HeiterwangChristoph Kramer, Beate Reichl und Reinhard Schretter bei der Vertragsunterzeichnung.



Von Helmut Mittermayr

Heiterwang – Der Karlift in Heiterwang ist ein Schneeloch, wie es Bürgermeisterin Beate Reichl plakativ ausdrückt. Deshalb ist die Anlage für Einheimische, aber auch für auswärtige Wintersportler und Skiclubs immer eine Option – ohne Beschneiungsanlage. Auch wenn die Aufstiegshilfe relativ gut besucht ist, sind schwarze Zahlen nicht zu erwirtschaften. Allein die Personalkosten für die Überwachung von Ein- und Ausstieg sprengen bei einer Gegenüberstellung zu den spärlichen Kartenerlösen bei kaufmännischer Sorgfalt den Rahmen. Die vergangenen drei Jahre wurde der Lift – durch Verträge gesichert – von der 2011 in Betrieb gegangenen Steinbruchgesellschaft KSH betrieben. Nach dem Auslaufen der Verpflichtung waren nun auch Gemeinde und Skiclub Heiterwang gefordert, ein größeres Schärflein zur Existenz beizutragen, also die Abgänge abfedern zu helfen. Der Skiclub bringt sich nun mit „Hardware“ wie Holz für den Unterstand der neu erworbenen Pistenraupe sowie „Software“ in Form von Arbeitseinsätzen, etwa dem Aushängen der Bügel, ein. Die Gemeinde bezahle künftig den „oberen“ Liftwart, erklärt Beate Reichl. „Vielleicht können wir die guten Erfahrungen nutzen, die in der Ehenbichler Waldrast mit Asylwerbern gemacht wurden“, hofft die Dorfchefin auf eine budget­schonende Variante. Die KSH hat sich nun bereit ­erklärt, unter diesen Bedingungen den Karlift weiter laufen zu lassen.

Im Zuge der Jahreshauptversammlung des Skiclubs wurde vor wenigen Tagen die neue Vereinbarung zwischen der Firma Schretter&Cie, der Gemeinde Heiterwang und dem Skiclub Heiterwang unterzeichnet. Reinhard Schretter, Beate Reichl und Skiclub­obmann Christoph Kramer unterfertigten den Pakt, der den Schlepplift weitere zwei Jahre seine Runden drehen lässt. Reichl: „Für uns ist der Lift enorm wichtig. Die Heiterwanger Jugend ist dort bestens und sicher aufgehoben – wie bei einer zweiten Mutter.“

Im Zuge der Jahreshauptversammlung zeichnete der Skiclub zwei verdiente Funktionäre aus. Werner Entstrasser wurde für seine 21-jährige Arbeit als Obmann zum Ehrenmitglied ernannt. Exakt die gleiche Auszeichnung des größten aktiven Vereins im Dorf erhielt Wolfgang Schiftner für seine mehr als 18-jährige Tätigkeit als Alpintrainer und Sportwart. Der Skiclub zählt immerhin 328 Mitglieder bei 520 Dorfbewohnern. Unter ihnen Skiass Niki Hosp. Das jüngste Mitglied heißt übrigens Reinhard Schretter.

 Werner Entstrasser und Wolfgang Schiftner, umrahmt vom Skiclub-Ausschuss.
Werner Entstrasser und Wolfgang Schiftner, umrahmt vom Skiclub-Ausschuss.
- Skiclub Heiterwang