Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 24.05.2016


Imst

Großübung auf der „Untermarkter“

Einsatzleiter Thomas Friedl (2. v. l.) koordiniert die Abläufe.

© DornEinsatzleiter Thomas Friedl (2. v. l.) koordiniert die Abläufe.



Von Agnes Dorn

Hochimst – Im Wirtschaftsgebäude der Untermarkteralm kommt es zu einem Brand mit starker Rauchentwicklung, der bald auch auf den umliegenden Wald übergreift. Ein Teil der Gäste der vollbelegen Hirtenhütte rettet sich auf das Dach des Gebäudes oder flüchtet verletzt in die Umgebung. Die Zufahrtsstraße kann aufgrund einer starken Mure von den alarmierten Rettungskräften nicht genutzt werden. Der Einsatz von Hubschraubern wird dadurch unbedingt notwendig.

Vergangenen Samstag konnten 240 teilnehmende Personen dieses Übungssze- nario am Berg trainieren. Mit dabei waren 130 Feuerwehrleute von den Katastrophenzügen Imst und Inntal, 30 Einsatzkräfte mit drei Notärzten vom Roten Kreuz, elf Polizisten, darunter vier Alpinpolizisten und zwei Brand­ermittler, sieben Personen von der Bergrettung sowie einige Gäste und Statisten.

Das gesamte Material wurde zur Alm hinaufgeflogen.
Das gesamte Material wurde zur Alm hinaufgeflogen.
- Dorn

Denn sollte ein solches oder ähnliches Szenario in naher Zukunft wirklich einmal eintreten, sollten alle am Einsatz beteiligten Organisationen nicht nur ihre eigenen Aufgaben möglichst pannenfrei absolvieren. Auch die Koordination und der Gesamtablauf sollten dann reibungslos vonstattengehen. Um auf einen solchen Ernstfall vorbereitet zu sein, sind daher Übungen, an denen sowohl Feuerwehr, Rettung als auch Polizei teilnehmen, ein wichtiger Bestandteil des Trainings.

Die Gesamtkoordination wurde von der Feuerwehr Imst unter der Leitung von dem Abschnittskommandanten Thomas Friedl übernommen. Sowohl die 240 teilnehmenden Personen als auch das gesamte Material musste mittels zweier Hubschrauber von Heli-Tirol auf die Alm geflogen werden. Speiseleitungen vom Alptal- und dem Malchbach pumpten das Löschwasser beziehungsweise musste es mittels Helikopter zum Brand transportiert werden. Die Verletzten wurden vor Ort geborgen oder mit Hilfe einer Suchhundestaffel zunächst ausfindig gemacht und erstversorgt. Danach wurden sie im Liegendtransport vom Rettungshubschrauber ins Tal gebracht.

„Die Übungsziele der einzelnen Organisationen konnten alle erreicht werden, gröbere Komplikationen gab es keine“, zog auch der Einsatzleiter am Berg, Roland Thurner, eine positive Bilanz.

Das Szenario auf der Untermarkter Alm war nicht völlig aus der Luft gegriffen: Im Dezember 2012 wurde sie ein Raub der Flammen. Das Feuer konnte nicht mehr rechtzeitig gelöscht und die beliebte Imster Alm daher nicht mehr gerettet werden.