Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 24.06.2016


Flüchtlingsunterkunft

Dicke Luft in der Haller Traglufthalle

Die Flüchtlingsunterkunft kämpft mit Kühlproblemen. Die Temperaturen im Inneren seien aber noch verträglich, sagen die TSD.

© Julia Hammerle



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Was gestern die Freibäder füllte und für Sonnenhungrige ein Segen ist, dürfte sich für die Traglufthalle der Tiroler Sozialen Dienste (TSD) in Hall zu einem wahrhaften Problem entwickeln: Die Außentemperaturen heizen das Innere der Flüchtlingsunterkunft rapide auf. Dort sind laut aktuellen Angaben der TSD 208 Flüchtlinge untergebracht. Bereits am Mittwoch sollen in der Halle bis zu 37 Grad Lufttemperatur gemessen worden sein, heißt es. Bestätigt wird dies von Seiten der TSD allerdings nicht.

Jedoch räumt TSD-Pressesprecher Georg Mackner ein seit Längerem bekanntes Problem mit der Luftaustausch-Regelanlage in der Traglufthalle ein. Dieser technische Defekt sei seit drei bis vier Wochen bekannt und führe dazu, dass die Halle nicht ausreichend gekühlt werden könne. Um Abhilfe zu schaffen, soll nun eine zusätzliche Kühlanlage installiert werden, kündigt Mackner gegenüber der TT an: „In vierzehn Tagen soll diese montiert sein.“ Keiner der in der Traglufthalle einquartierten Flüchtlinge müsse aber aufgrund der Umstände umgesiedelt werden, sagt Mackner: „Die Temperaturen sind erträglich.“

Von den akuten Kühlpro­blemen in der Unterkunft habe sie keine Kenntnis, sagt indes Bürgermeisterin Eva Maria Posch, die Anlage sei eine „reine Angelegenheit der TSD“. Dass die klimatische Situation in der Traglufthalle aber im Allgemeinen eine schwierige sei, bejaht sie. Aus diesem Grund habe die Stadt den TSD bereits das Angebot unterbreitet, Flüchtlingskinder während der Ferienzeit untertags in beschatteten Schulräumlichkeiten betreuen zu lassen.

Nichts Neues gibt es indes beim zweiten Traglufthallen-Standort der TSD in Innsbruck. Diese ist noch immer nicht in Betrieb – die Genehmigung fehlt. Das Verfahren im Magistrat laufe, heißt es.