Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 23.08.2016


Bezirk Kufstein

Neuer Kundler Verein will Heimatmuseum errichten

Der neu gewählte Vorstand des Kundler Heimatvereins startet voller Tatendrang. Vereinslokal und Museumsstandort stehen zur Diskussion.

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© Haun



Von Florian Haun

Kundl – Historische Kundler Kultur und Wirtschaftsgüter zu sammeln, erhalten, restaurieren und im Rahmen von Ausstellungen zu präsentieren, ist das erklärte Ziel des neu gegründeten Kundler Heimatvereins, der vor Kurzem seine offizielle Gründungsversammlung mit der Wahl des kompletten Vorstands abhielt.

„Kundl-Seinerzeit-Historiker“ Jakob Mayer, der den Verein gemeinsam mit Christoph Sappl ins Leben gerufen hatte, freute sich, unter den zahlreichen Gästen auch die ehemaligen Kundler Bürgermeister Ehrenbürger Walter Doblander und Heinrich Fuchs sowie den Kulturreferenten der Marktgemeinde Albert Margreiter begrüßen zu können.

Zu Beginn präsentierte Mayer einen Film über die Rückführung der Schwarzen Mander in die Innsbrucker Hofkirche, welche während des Zweiten Weltkriegs im alten Kundler Brauereistollen nahe des Klamm-Eingangs eingelagert waren. Gleichzeitig kritisierte er, dass sich von den historischen Relikten aus der Spät-Eisenzeit, welche in den 1970er- und 1980er-Jahren bei Ausgrabungen in der örtlichen Wimpissinger Schottergrube zutagegefördert wurden, kein einziges in Kundl befindet. Der Heimatverein wird sich bemühen, in Zukunft wenigstens einen Teil der Relikte im Rahmen einer Ausstellung im Ort zu präsentieren.

Derzeit ist der Verein auf der Suche nach einem geeigneten Vereinsheim, und da die Räumlichkeiten des Kundler Tourismusverbands vor Kurzem frei geworden sind, wären diese vorübergehend ideal, ließ Mayer verlauten. Als Standort für das Heimatmuseum ist das Kundler E-Werk beim Klamm-Eingang im Gespräch, da es seit seiner Eröffnung im Jahre 1926 mit den Original-Maschinen betrieben wird und daher bereits selbst ein Industriedenkmal sei. Betrieben wird das Kundler E-Werk derzeit von der Kirchbichler Tiwag, die in Gesprächen mit Mayer verlauten ließ, der Idee nicht abgeneigt zu sein.

Anschließend fand die Wahl des Vorstands statt: Vereinsgründer Jakob Mayer wurde einstimmig zum Obmann gewählt und Silvana Haidacher, ehemalige Vizebürgermeisterin und Kulturreferentin, zu seiner Stellvertreterin. Christoph Sappl wurde zum Schriftführer ernannt, Altbürgermeister Heinrich Fuchs zum Kassier und Jakob Reiter wurde zu seinem Stellvertreter gewählt.

Mayer präsentierte zum Abschluss noch sein zweites, etwas neueres Bild des Biergottes „Gambrinus“. Das älteste Gemälde des Biergottes Gambrinus in ganz Tirol, welches ebenfalls aus Mayers Sammlung stammt, ist derzeit im Kundler Café „Lo-Ca“ ausgestellt. Es wurde nach einem Holzschnitt von Jost Ammann aus dem Jahre 1566 gemalt und um 1720 angefertigt.