Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.08.2016


Innsbruck-Land

Großprojekte in Kematen „voll im Plan“

Mit Blaulicht- und Sozialzentrum entstünden „Referenzprojekte“, waren sich die Beteiligten bei der gestrigen Zwischenbilanz einig.

null

© Domanig



Kematen – Zufrieden zog BM Rudolf Häusler gestern Zwischenbilanz über die zwei größten Bauprojekte in Kematen: Sowohl beim Einsatzzentrum als auch beim neuen Sozialzentrum dürfte die Bauzeit „deutlich unterschritten werden“, auch die Gesamtkosten von ca. 15 Mio. Euro (8 Mio. Euro für das Sozial-, 7 Mio. Euro für das Blaulichtzentrum) würden eingehalten.

Schon ab Spätherbst würden Polizei, Rotes Kreuz und Feuerwehr schrittweise die neuen, vom Büro DIN A4 Architektur geplanten Räumlichkeiten beim Kreisverkehr ins Sellraintal beziehen, so Häusler, der die „tolle Kooperation“ mit den Blaulichtorganisationen lobte. Diesen werden 1400 Quadratmeter an Büro-, Schulungs- und Garagenflächen sowie 71 Parkplätze zur Verfügung stehen.

Landespolizeidirektor Helmut Tomac betonte, dass Häuslers Einsatz zum Zustandekommen des Zentrums beigetragen habe. Schließlich würden im Zuge der Dienststellenstrukturreform eher Polizeidienststellen reduziert als neu gebaut. Tirol sei aber das einzige Bundesland, wo im Rahmen der Reform – neben Fusionen – auch neue Dienststellen geschaffen würden. „In Zeiten knapper Budgets geht das nur, wenn alle Beteiligten zusammenhalten.“ Neben Kematen verwies Tomac auch auf die Polizeiinspektion Innsbruck-Hauptbahnhof, die zu Weihnachten eröffnet werde und das Sicherheitszentrum in der Innsbrucker Kaiserjägerstraße, wo er nächste Woche noch „finale Mietverhandlungen zu tätigen“ habe.

Die nahe gelegene PI Zirl sei bislang „in der Tiefe nie Gegenstand von Fusionierungsgesprächen“ gewesen, so Tomac weiter. „Es hängt auch davon ab, wie lokale Verantwortungsträger die Lage mitbeurteilen.“ Klar sei aber, dass die Strukturreform ein „dynamischer Prozess“ sei, das gelte für ganz Tirol. Und: „Die lokale Lösung muss nicht immer die beste sein.“

Die Zusammenarbeit mit anderen Blaulichtorganisationen, wie sie erstmals in Steinach umgesetzt worden sei, „war schon lange ein Wunsch von uns“, meinte Günther Ennemoser, Bezirksleiter beim Roten Kreuz. Er sieht das Einsatzzentrum Kematen daher als „Pilotprojekt“. Über die künftige Nutzung der RK-Räumlichkeiten in Zirl – nach der Übersiedlung nach Kematen – verhandle man derzeit mit der Marktgemeinde.

Auch das Sozialzentrum am Kemater Birkenweg, das bis Herbst 2017 fertig gestellt sein soll, sei ein „Referenzprojekt“, meinte Hannes Gschwentner, GF der Neuen Heimat Tirol, die das Gebäude als Baurechtsnehmer errichtet. Neben 30 Wohneinheiten für ältere Menschen finden dort auch der Gesundheits- und Sozialsprengel, die Lebenshilfe und Ärzte Platz, ebenso vier Betten für die Übergangspflege. „In dieser Konstellation ist das Zentrum tirolweit einzigartig“, so Gschwentner. (md)