Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 18.09.2016


Tirol

Alte Bausubstanz erhalten

Ressourcenschonend schön renovieren und Langlebigkeit pflegen ist ein Ziel von „architektur.lokal“.

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Patsch – Der mindestens 400 Jahre alte Kasperhof im Ortskern von Patsch ist das Pilotprojekt der Genossenschaft architektur:lokal. Was hinter dem Titel steckt? „Innovative Konzepte für die Belebung alter, leer stehender Bausubstanz, Förderung des guten alten Bauhandwerkes, Forschung und Weitergabe von altem Wissen. Die Genossenschaft architektur:lokal vereint das alles unter einem Dach“, erklärt die Architektin und Initiatorin Gertrud Tauber.

Damit reagiert die Genossenschaft auf ein Phänomen, das weltweit zu beobachten ist: Verfall und Verlust traditioneller Baukultur und dem damit verbundenen Können und Wissen der Bauhandwerker. Tauber: „Viel zu oft passiert es, dass alte Bausubstanz verfällt, abgerissen und durch Neubauten ersetzt wird. Dabei geht nicht nur unsere baukulturelle Identität verloren, sondern wertvolles Erfahrungswissen und Können.“ Aktuell hat architektur:lokal ein Bauherrenprojekt für den ca. 400 Jahre alten „Kasperhof“ in Patsch entwickelt. „Dieser Hof unterliegt dem Ortsbildschutz und darf somit nicht abgerissen werden“, freut sich Tauber. Bei der Sanierung werden vorwiegend ökologische Baumaterialien zum Einsatz kommen. Der Charme und Charakter des Hauses soll erhalten bleiben, gleichzeitig aber auf die heutigen Bedürfnisse eine Antwort geben. Die Selchküche wird etwa zum Badezimmer, der Stall zum Seminarraum. Das erste Projekt von architektur:lokal soll wichtige Impulse und Perspektiven setzen. (TT)