Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.10.2016


Bezirk Landeck

Altes Kulturwissen um Waale vom Vergessen bedroht

Relikte des Rummlwaals bei Landeck.

© WenzelRelikte des Rummlwaals bei Landeck.



Landeck, Zams – Ohne Wasser kein Siedlungsraum: Menschen in Europa haben fast 10.000 Jahre lang Wasser in Felder geleitet, um leben und überleben zu können. In Landeck, Stanz und Grins entstanden die ältesten Bewässerungsanlagen bzw. Waale im 14. Jahrhundert. Das sind die Erkenntnisse einschlägiger Forschung in Tirol.

Rund 25 Jahre zur Rieselbewässerung europaweit geforscht und eine zweiteilige Publikation vorgelegt haben am Montagabend der Schweizer Hydrologe Christian Leib­undgut sowie dessen Gattin Ingeborg Vonderstrass. „Wir möchten das leider oft unterschätzte Kulturerbe und damit verbundenes Wissen an 160 Fallbeispielen aufzeigen“, erläuterten die Autoren im Beisein der Wasserexperten Seppl Haueis und Ernst Fleischhacker sowie von Thomas Lutz, Bürgermeister des Thermendorfes Grins. Spätestens seit 50 Jahren seien die Anlagen bzw. jahrhundertealtes Kulturgut in akuter Gefahr. „Die moderne Landwirtschaft braucht die Waale nicht mehr, sie geraten in Vergessenheit“, warnen die Autoren. „Ich sehe akuten Handlungsbedarf“, so der Tiroler Experte Fleischhacker. Die beiden Buchbände „Traditionelle Bewässerung, Kulturerbe Europas“ sind im Verlag Merkur Druck AG erschienen. (hwe)

Seppl Haueis, Ernst Fleischhacker, Ingeborg Vonderstrass, Christian Leibundgut und BM Thomas Lutz (v. l.) bei der Buchpräsentation.
Seppl Haueis, Ernst Fleischhacker, Ingeborg Vonderstrass, Christian Leibundgut und BM Thomas Lutz (v. l.) bei der Buchpräsentation.
- Wenzel

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