Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.10.2016


Befreiungsdenkmal

Offenes Gitter als Zeichen einer offenen Gesellschaft

Gemeinsam mit den anwesenden Abgeordneten zum Tiroler Landtag öffnete Kulturlandesrätin Beate Palfrader gestern das Wappengitter am Befreiungsdenkmal.

© zeitungsfoto.atGemeinsam mit den anwesenden Abgeordneten zum Tiroler Landtag öffnete Kulturlandesrätin Beate Palfrader gestern das Wappengitter am Befreiungsdenkmal.



Innsbruck – Die Aufregung und Diskussion im Vorfeld war groß, der eigentliche Akt gestern klein und schlicht. Kulturlandesrätin Beate Palfrader (VP) öffnete gemeinsam mit Vertretern aller im Landtag vertretenen Parteien die Wappengitter am Befreiungsdenkmal.

Die geöffneten Gitter sollen „ein Zeichen für eine offene Gesellschaft“ sein, erklärte Palfrader in ihrer Ansprache. Am heutigen Tag der offenen Tür im Landhaus werden die Besucher damit auch die offenen Wappengitter zu sehen bekommen. Diese werden nach einem bestimmten Konzept („Kristallisationspunkte der Geschichte“) für drei Wochen geöffnet – und dann auch wieder geschlossen. Auch, um daran zu erinnen, dass die Freiheit kein „Normalzustand“ ist, wie Palfrader betonte. Sie sieht einen „historischen Beschluss“ des Landtages, der zeige, wie mit Denkmälern in einer demokratischen Gesellschaft umgegangen werden sollte. „Es zeigt auch das Bekenntnis des Landes, dass Geschichte niemals abgeschlossen ist.“ Rund um die Öffnung hatte es eine politische Groteske gegeben, bei der auch um die Finanzierung gestritten wurde.

Das Denkmal wurde 1948 von der französischen Besatzungsmacht errichtet, es sollte ein Andenken an jene sein, die ihr Leben für ein freies Österreich geopfert haben. Als Befreiungsdenkmal wurde es kaum wahrgenommen – der Volksmund sprach meist vom Franzosendenkmal. Im Zuge der Neugestaltung des Landhausplatzes wurden im Jahr 2011 die Gitter zu Toren. Außerdem wurden die Namen von 107 Frauen und Männern angebracht, die zum damaligen Zeitpunkt als Opfer des politischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus in Tirol anerkannt waren. Nach einem Forschungsprojekt konnte die Liste nun auf 124 Namen erweitert werden. (mw)

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